Rot und Braun sind nur zwei Farben
Verehrtes Forum,
es ist schon erstaunlich, auf welche Kommentare man hier zu diesem schluderhaften Schulstück der journalistischen Kunst antrifft.
Eigentlich wollte ich diese Leserzuschrift mit etwas Polemik einleiten, diese spare ich mir aber für den Schluss auf.
Bemerkenswert ist, wie einige Kommentatoren ausgerechnet die sonst gescholtene Lügenpresse mit einmal als Verkünder einer neuen, ja schon immer vermuteten Wahrheit stilisieren und das ausgerechnet bei so einem schlammperten Presseerzeugnis.
Der Autor des Filmes ist Jahrgang 1974 und wurde unter anderem auch durch den Axel Springer Verlag für seine vorangegangenen journalistischen Arbeiten ausgezeichnet - na wenn das mal nicht für ihn spricht.
Das hier verlinkte Video darf erstens nicht allein betrachtet werden. Die Panorama Redaktion stellte es in Zusammenhang mit dem eigentlichen Kurzbeitrag über eine Veranstaltung von Holocaust-Leugnern im Internet zur Verfügung. Und zweitens: Die Darstellung und Aufbereitung des separaten Interviews darf, gelinde gesagt, als äußerst ungeschickt bezeichnet werden. Und dies wäre dann noch mehr als geschmeichelt.
Ein absolut überforderter Interviewer, dünnes Nachfragen, das Interview verkommt zu einer anderen Form der Hofberichterstattung. Wahrscheinlich eine Folge der jahrelangen Berichterstattung aus und über das Kanzleramt. Über die fachlichen Details, wie ein Fernsehbeitrag gestrickt und gebaut wird, will ich mich jetzt nicht weiter auslassen. Kommen wir mal zum spannenden Thema.
Reden kann sie noch, die Ursula, für wahr, aber was sie da vom Stapel lässt, ist eher ein Fall für die Forensik als fürs TV. Allerspätestens bei ihrem Ausfluchtsversuch: "Natürlich sind da auch schlimme Sachen passiert", sollte auch die minderbemittelste Gehirnzelle mitbekommen, welche psychologische Disposition dort präsentiert wird.
Ebenso der Kommentar von Frau Haverbeck über die Aussage von SS-Mann Gröning, dass der Holocaust sehr wohl stattgefunden habe, offenbart, wie sehr das gealterte BDM-Mädchen versucht, ihr Weltbild nicht einstürzen zu lassen. "Man kann das doch nicht auf die Goldwaage legen … nach all der langen Zeit". Die Frau hat bis heute nicht den Zusammenbruch der Welt, in der sie groß geworden ist, verkraftet bzw. verarbeitet. Der Rest ist Psychologie nach Lehrbuch.
Da werden jetzt Kommandanturbefehle als Beweismittel angeführt, wobei die Details der Endlösung geheime Reichssache waren. Sprich, ein Nach-Außen-Tragen der Vergasungsdetails als Landesverrat eingestuft worden wäre. Gibt es denn da wirklich jemanden, der meint, dass da groß und breit Vergasungsbefehle verteilt worden und in Kopie zu den Akten gewandert sind? Als Gegenüberstellung sollte man sich mal Himmlers Rede vor den KZ Mannschaften in Poznan, Polen am 4. Oktober 1943 anhören.
Wer Zweifel an dem, was da in den KZs passiert ist, hegt, kann ebenso die Patentschriften zu den Doppelmuffelöfen ansehen und die Geschichte der Firma Topf & Söhne anschauen.
Niemand braucht Öfen, die über 1000 Leichen pro Tag beseitigen können, in einem Lager wo man liedchenpfeifend zur Arbeit marschiert und sich am Abend gegenseitig die Füße wäscht. Der tragische Witz an der Geschichte, der Ingenieur der Öfen stellte noch eine Rechnungsnachbesserung, da die Geräte 1/3 mehr Leistung brachten als ursprünglich veranschlagt.
Außerdem sollten sich die Zweifler mal überlegen, woher man heute weiß, welche Kampfstoffe wie und in welcher Dosis auf den Menschen wirken bzw. brauchbare Gegengifte erproben konnte. Woher die Grundlagen der angewandten Genetik stammen. Woher man weiß, welche Kälte, Hitze, Druck, welche Strahlung der Mensch in der Lage ist auszuhalten.
Ebenso erstaunt bin ich darüber, dass man die Zeit des Nationalsozialismus ausgerechnet mit Deutsch und Deutschland gleichsetzt. Denn gerade das, was der staatenlose Gefreite da geschaffen hat, ist nun alles andere als Deutsch gewesen. Aber dazu müsste man sich mal mit der Geschichte befassen und sich die Staats- und Gewaltteilungsformen des mitteleuropäischen Gebietes ansehen. Was Adolf hier hingestellt hat, war eine absolute Zäsur in der deutschen Historie und alles andere als Deutsch.
Ein germanischer Führer, der zentralistisch über alles entscheidet - das ist ja wohl der größte Witz, gerade das als deutsch oder germanisch zu verkaufen. Von daher immer wieder lustig anzusehen, wenn dies Neonazis so handhaben. Gerade die, die auf Brüssel, EU und Diktatur wettern, sollten nun die letzten sein, die nationalsozialistisches Gedankengut als Deutsch definieren. Von der von vornherein geplanten Ostexpansion will ich gar nicht anfangen. Aber braun ist deutsch - na logo.
Am Ende bleibt dann halt Eines festzuhalten, wo wir dann auch bei der Polemik wären. Man erkennt leider nicht nur hier im gelben Forum, dass rote Salon-Sozialisten und braune Nationalsozialisten letztendlich nur die Farbe trennt. Beide Lager ersehnen eine Führung, und sei es lediglich in Form eines Java-Tradingfensters.
Dass ausgerechnet der NDR im rot versifften Hamburg nun dahergeht und mit Dilettantismus den braunen eine Bühne bereitet, ist gleich dem Naziputsch in Österreich. Damals haben die Sozis und roten Socken die Braunhemden auch vor Ort mit Gewehren ausgestattet. Und bevor man bei der Entstehung des NDR-Beitrages weiter rein interpretiert - das passierte beim NDR alles nur aus schlammperter Arbeitsweise. Ihr wisst doch, Mehrwert brauchen die nicht erzeugen, das Geld kommt ja von der GEZ.
Herzlichst
RK