Von Spock über den Utilitarismus zu Obama und wieder zurück zum wütenden Botschafter des Planetenen Vulkan.

Bernadette_Lauert, Dienstag, 21.04.2015, 20:39 (vor 3920 Tagen) @ Hochtaunus4857 Views
bearbeitet von Bernadette_Lauert, Dienstag, 21.04.2015, 20:51

Nach welchem
Kriterium kommt man zu der Einschätzung, dass 28 zivile Opfer hoch sind
gemessen an der getöteten Zielperson?

Ich kenne viele Leute, die würden diese Frage sofort als Provokation auffassen.
"Da regt mich ja schon die Frage auf!" bis Beschimpfung - so würde wahrscheinlich der Großteil der Bevölkerung auf Deine Frage reagieren. Überwiegend ablehnend eben...

ABER: Aus philosophischer Sicht ist die Frage schon spannend.

Mit dem Utilitarismus (lat. utilitas, Nutzen, Vorteil) lässt sich da ein wohlwollender Blick in Deinem Sinne darauf werfen.
Machen wir das mal. Ich will versuchen, Dich zu verstehen...

Utilitarismus ist letzten Endes die Ethik von Botschafter Spock, als er sagte: "Das Wohl der Vielen wiegt mehr als das Wohl der Wenigen; oder des Einzelnen." Das gehörte zu seinen letzten Worten.
Abseits von Star Trek ist diese Denke im echten Leben tief in der Kultur Chinas verwurzelt. Ein paar hundert Jahre vor Christus kam diese Ethik dort auch auf.

Als Utilitarist heißt es dann: Überwiegt der Vorteil, sollte man per Drohne morden.

Das Problem ist: Wer entscheidet ob der Vorteil überwiegt?
An welchen Kriterien willst Du diesen Vorteil festmachen?
Wer hat die Kompetenz darüber zu urteilen?

Ist das US-Militär ein so vertrauenswürdiger Verein, dass er über Leben und Tod entscheiden darf? Ohne Gerichtsverhandlung?
Es ist keine Paranoia darauf hinzuweisen, dass dieser ganze Militärapparat (IMK) zusammen mit Geostrategen (u.a. die Neocons u. amerikanische "Exzeptionalisten") US-amerikanische Partikularinteressen auf eine Art und Weise verfolgen, die absolut unmoralisch und verdorben ist.
...Destabilisierungspolitik, herbeigelogene Angriffskriege, Kriege für Rohstoffe und als Strafe für Länder, die aus dem Dollarsystem aussteigen wollen...

Diese verdorbenen Saubande überzieht die Welt mit Krieg und Leid. Sie haben nicht das Recht und keine moralische Legitimation, die oben genannten Entscheidungen zu treffen.

Ich spreche nicht von sowjetnostalgischen Linken und amerikahassendes Antiimperialisten, die den USA dieses Recht nicht zusprechen würden.

Ich rede davon, dass wenn Du 1000 Leute fragst, sagen wir mal 950 sagen, dass die USA das nicht eigenmächtig zu entscheiden hat.

Wer anders sollte das entscheiden, ob die Kompetenzkompetenz* (Stoibers Lieblingswort) dafür in den Händen der US-Militärs liegen, als eine Mehrheit der Leute.

Alles andere wäre Faustrecht des Stärkeren.
Und genau so ist es. Genau das nehmen die USA in Anspruch.

Wie man dazu klatschen kann, erschließt sich mir nicht.

Selbst der emotionslose vulkanische Botschafter - wenn man ihn denn per Spock-Button herbeirufen würde, wäre wütend:

[image]

So blauäugig-naiv darf man den Utilitarismus nicht anwenden und dem eigennützigen US-Militär solch ethische Abwägungen in aller Welt überlassen. Eine Welt, die sie destabilisieren um Imperium zu bleiben!

"Denke logisch!" würde Dir Spock wütend zurufen. "Ausgerechnet die Amis als Richter und Henker abseits des Völkerrechts - NEIN!!!"

Gruß, Bernadette


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