Innovationen ohne Ende

Tyler Durden, Freitag, 10.04.2015, 00:23 (vor 3932 Tagen) @ Mephistopheles3444 Views
bearbeitet von unbekannt, Freitag, 10.04.2015, 12:41

Wie alle Preise orientieren sich Zinsen an Angebot und Nachfrage.

Nein. Zinsen werden von der Zentralbank innerhalb ihrer Geldpolitik vorgegeben und orientieren
sich auf Geschäftsbankenebene an der Bonität des Schuldners.

Steigt die Nachfrage nach Krediten über das Angebot hinaus, dann steigt natürlich auch der Preis des Kredites, sprich die Zinsen. Und umgekehrt genau so.

Kredite können praktisch in beliebiger Menge im Computer erzeugt werden. Steigende Zinsen haben mit hoher Kreditnachfrage nichts zu tun. Vielmehr steigen die Zinsen bei schlechter Bonität und vor allem bei steigenden Leitzinsen. Die Zentralbank kann bei hoher Kreditnachfrage die Zinsen erhöhen und so bestehende Kreditnehmer in Schwierigkeiten bringen und die allgemeine Kreditnachfrage senken. Umgekehrt gilt das aber nicht.

Dass die Zinsen derzeit auf historisch niedrigem Niveau verharren ist nichts anderes als ein Beleg >afür, dass niemand mehr erwartet, mit Geld, das er jetzt zur Verfügung hat, mehr erwirtschaften zu können, als in dieser Kredit kostet.

Die Zinsen sind durch die Zentralbank heruntergeschraubt worden, weil die Staaten Japan, USA und die Europäer bis an die Halskrause verschuldet sind. Der "Borrower of last resort" muss unter allen Umständen geschützt werden.

Erwirtschaftet werden die Zinsen letzten Endes über Innovationen. Der andauernd niedrige Zins ist ein Beleg für die anhaltende Innovationsschwäche der heimischen, und man kann erweitert sagen, der westlichen Wirtschaft.

Ich sehe nur "Innovationen" in der westlichen Konsumwelt. Jedes halbe Jahr ein neues Smartphone, immer größere Autos, innovative Küchen, moderne Möbel, Flugreisen, vitalisierende Körperpflege, Wellnessurlaub, mentales Coaching, Kindertagsstätten, Studiengebühren, erneuerbare Energien, Wärmedämmung, geplante Obsoleszenz, Luxusjachten. Da könnte man endlos weitermachen. Alles "Innovationen", die letztendlich dazu da sind, die Menschen zum Geldausgeben bzw. zur Kreditaufnahme zu bewegen. Also wir innovieren was das Zeug hält.
Und selbst das reicht nicht. Es wird immer schwerer, den eh schon großen BIP-Kuchen, nochmal zu vergrößern und das auch noch exponentiell (jedes Jahr 2-3% Wachstum).
Aber nur wenn der BIP-Kuchen ausreichend vergrößert wird, bleibt für alle etwas übrig.

NEIN, das ist nicht so, sondern die ZBen müssen sich am Markt orientieren. Würden sie den Basiszinssatz zu niedrig ansetzen, würden die Nachfrage nach Krediten geradezu expoldieren

Nein, weil Kredite auf Basis der Bonität vergeben werden und diese ändert sich nicht einfach von heute auf morgen. Außerdem: Mann kann die Pferde zwar zur Tränke führen, aber wenn sie nicht trinken wollen, hilft das auch nichts.

Dieses Argument mit dem Verteilungsproblem ist in sich Quatsch. Wenn es nämlich ein Verteilungsproblem wäre, dann hätten das Geld dann nämlich diejeniigen, die der Masse das Geld abgenommen haben, und dann könnten diese mehr konsumieren (investieren).

Natürlich ist es ein Verteilungsproblem. Dass die großen Geldhalter nur einen Bruchteil ihres Geldes verkonsumieren, ist doch offensichtlich. Es wird auch investiert. Nur sind die Mittelzuflüsse (Dividenten, Unternehmens-Gewinne, Mieteinnahmen und auch Zinserträge) größer als die Mittelabflüsse (Konsum).


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