Ohne Produktion ist alles nichts

Orlando ⌂, Donnerstag, 04.08.2016, 14:10 (vor 3497 Tagen) @ CalBaer1831 Views

Beide atmen Luft, sind sie deswegen gleich?


Nein, denn ich definierte: "Ein Investor setzt auf das Vermehren seines
Geldes genauso wie ein Sparer", deswegen sind sie gleich.

Das sind technisches Details (Modalitaeten), aendern aber nichts an der
Motivation und Ziel, primaer Ueberschuesse zu erwirtschaften. Auf die
unterschiedlichen Risiken und Ertraege wies ich bereits hin.

Es ist müßig, über Motive zu spekulieren. Deutsche Sparer suchen keine Rendite, sondern gehen in Festgeld zu Minizinsen. Viele Investoren investieren, um nicht unterzugehen, um bestehende Betriebe zu erhalten. Es gibt viele margenschwache Geschäfte, die über Jahre und Jahrzehnte betrieben werden, ohne große Gewinne.

Gewinne, also Überschüsse kommen allein durch die Tätigkeit der
Investoren, die Produkte und Leistungen erzeugen, zustande.


Rein betriebswirtschaftlich gesehen ja, aber gesamtwirtschaftlich koennen
Ueberschuesse nur durch neue Kredite enstehen.

Wie im anderen Post schon gesagt, sind es alleine die Produktion von
Produkten und Leistungen, die Überschüsse ("Gewinne") schaffen. Geld

ist

daran nur mittelbar beteiligt.


Wie gesagt, Ueberschuesse koennen gesamtwirtschaftlich nur entstehen,
wennn es mehr Nachschulder als vorher gibt. Wenn Unternehmer fuer 500EUR
Material und Kosten etwas produzieren und fuer 1000EUR verkaufen, woher
kommt die Differenz? Geld (Kreditschoepfung) schafft also ursaechlich die
Ueberschuesse, die Produktion ist mehr das Mittel zum Zweck.

Das sehe ich genau umgekehrt. Produktion funktioniert ohne Geld, aber nicht umgekehrt.

"Geldmenge" gibt es nicht.


Definieren aber die Oekonomen und Zentralbanker sehr intensiv und genau.
Warum wohl?

Das musst Du die fragen. Die glauben ja auch, dass der Neandertaler vor 50.000 Jahren anfing, halbverfaulte Fische gegen Pfeilspitzen zu tauschen und plötzlich steht ein Porsche da. Wobei, die Zentralbänker stellen sich vermutlich nur dumm.

Es muessen sich also
immer welche finden, die in Geld sparen (notfalls per Gewalt z.B.

ueber

Zwangsversicherungen), damit Investieren ueberhaupt moeglich ist.


Die finden sich auch immer, unabhängig von der Höhe des Zinses oder

von

Zwangsmaßnahmen. Was will der Geldhalter denn anderes machen, als sein
überschüssiges Geld zu halten?


Ja eben, weil Schulden gleichzeitig Guthaben darstellen.

Des einen Schulden sind des anderen Guthaben, aber Geld ist Geld. Ich unterstelle allerdings eine enge Gelddefinition.

Irgendjemand muss
immer Sparen, es ist ein systeminherenter Zwang zu Sparen, weil die
Schulden eine festdefinierte Laufzeit haben und immer neue Schulden
hinzukommen. Aber es ist nicht nur ein notwendiges Uebel, sondern ein
primaeres Element im System der Kreditschoepfung, andernfalls koennten die
"Investoren" gesamtwirtschaftlich gar keine Ueberschuesse erwirtschaften.
Die Sparer erfuellen also eine wichtige, ja sogar primaere Funktion des
Debitismus. Selbst wenn durch negative Zinsen keinerlei Motivation mehr zum
Sparen gibt, weil nominal natuerlich keine Ueberschuesse mehr
erwirtschaftet werden koennen, wird es weiterhin, durch das Geldsystem
erzwungen, Guthabenhalter geben. Der Hinweis, alle sollten doch anstatt ihr
Geld in schlechtverzinste Staatsanleihen zu legen, es "Investieren", ist
saldenmechanisch eine voellige Unmoeglichkeit. Leider epmpfielt man ja
diesen Unsinn auch ueberall in den Zeitungen, die Sparer seine selbst
Schuld an ihren schlechten Ertraegen, weil sie Guthaben halten und keine
Aktien kaufen. Nur koennen Sparer eben aus diesen systeminherenten Gruenden
gar nicht weniger werden oder gar verschwinden. Irgendjemand muss also
immer in den sauren Apfel beissen.


Das kann und will ich jetzt nicht alles besprechen, aber es ist auch meine Meinung, dass negative Zinsen den Sparer nicht stoppen werden.

Es ist ebenfalls meine Meinung, dass die "Debitisten" dem Geld eine zu hohe Bedeutung beimessen. Ohne Geld kann produziert werden, aber ohne Produktion ist alles nichts.

Es bleibt trotzdem Fakt, dass man Geld produktiv investieren muss, wenn man Überschüsse erzeugen will.


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