Noch mehr erlaeutert

CalBaer, Mittwoch, 03.08.2016, 22:50 (vor 3494 Tagen) @ Orlando1933 Views

Beide atmen Luft, sind sie deswegen gleich?

Nein, denn ich definierte: "Ein Investor setzt auf das Vermehren seines Geldes genauso wie ein Sparer", deswegen sind sie gleich.

Ein Investor kauft mit seinem Geld produktive Sachwerte

Ob es produktiv ist, stellt sich erst hinterher heraus. Sparen ist nicht weniger produktiv, denn die Sparer leihen den Banken Geld, damit die Anforderungen zur weiteren Geldschoepfung gegeben sind, welches wiederum erst die Schaffung von Mehrwert/Ueberschuessen durch Produktion ermoeglicht.

Ein Sparer stellt sein Geld als Kredit unspezifiziert jemand anderem zur
Verfügung, der das Investieren übernehmen soll und verlangt dafür einen
fixen Zins, wenn er kann.

Großer Unterschied.

Das sind technisches Details (Modalitaeten), aendern aber nichts an der Motivation und Ziel, primaer Ueberschuesse zu erwirtschaften. Auf die unterschiedlichen Risiken und Ertraege wies ich bereits hin.

Gewinne, also Überschüsse kommen allein durch die Tätigkeit der
Investoren, die Produkte und Leistungen erzeugen, zustande.

Rein betriebswirtschaftlich gesehen ja, aber gesamtwirtschaftlich koennen Ueberschuesse nur durch neue Kredite enstehen.

Wie im anderen Post schon gesagt, sind es alleine die Produktion von
Produkten und Leistungen, die Überschüsse ("Gewinne") schaffen. Geld ist
daran nur mittelbar beteiligt.

Wie gesagt, Ueberschuesse koennen gesamtwirtschaftlich nur entstehen, wennn es mehr Nachschulder als vorher gibt. Wenn Unternehmer fuer 500EUR Material und Kosten etwas produzieren und fuer 1000EUR verkaufen, woher kommt die Differenz? Geld (Kreditschoepfung) schafft also ursaechlich die Ueberschuesse, die Produktion ist mehr das Mittel zum Zweck.

"Geldmenge" gibt es nicht.

Definieren aber die Oekonomen und Zentralbanker sehr intensiv und genau. Warum wohl?

Es muessen sich also
immer welche finden, die in Geld sparen (notfalls per Gewalt z.B. ueber
Zwangsversicherungen), damit Investieren ueberhaupt moeglich ist.


Die finden sich auch immer, unabhängig von der Höhe des Zinses oder von
Zwangsmaßnahmen. Was will der Geldhalter denn anderes machen, als sein
überschüssiges Geld zu halten?

Ja eben, weil Schulden gleichzeitig Guthaben darstellen. Irgendjemand muss immer Sparen, es ist ein systeminherenter Zwang zu Sparen, weil die Schulden eine festdefinierte Laufzeit haben und immer neue Schulden hinzukommen. Aber es ist nicht nur ein notwendiges Uebel, sondern ein primaeres Element im System der Kreditschoepfung, andernfalls koennten die "Investoren" gesamtwirtschaftlich gar keine Ueberschuesse erwirtschaften. Die Sparer erfuellen also eine wichtige, ja sogar primaere Funktion des Debitismus. Selbst wenn durch negative Zinsen keinerlei Motivation mehr zum Sparen gibt, weil nominal natuerlich keine Ueberschuesse mehr erwirtschaftet werden koennen, wird es weiterhin, durch das Geldsystem erzwungen, Guthabenhalter geben. Der Hinweis, alle sollten doch anstatt ihr Geld in schlechtverzinste Staatsanleihen zu legen, es "Investieren", ist saldenmechanisch eine voellige Unmoeglichkeit. Leider epmpfielt man ja diesen Unsinn auch ueberall in den Zeitungen, die Sparer seine selbst Schuld an ihren schlechten Ertraegen, weil sie Guthaben halten und keine Aktien kaufen. Nur koennen Sparer eben aus diesen systeminherenten Gruenden gar nicht weniger werden oder gar verschwinden. Irgendjemand muss also immer in den sauren Apfel beissen.

--
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