Nochmal zu Sparen, Investieren und Produktion im Detail

Orlando ⌂, Mittwoch, 03.08.2016, 14:12 (vor 3494 Tagen) @ CalBaer2006 Views

Beides ist faktisch das Gleiche, es unterscheidet sich nur durch Risiko und
Gewinn. Ein Investor setzt auf das Vermehren seines Geldes genauso wie ein
Sparer, nur dass der Investor hoehere Risiken eingeht und somit hoehere
Gewinne einstreichen kann.

Beide atmen Luft, sind sie deswegen gleich?

Ein Investor kauft mit seinem Geld produktive Sachwerte oder beteiligt sich an einer Gesellschaft, die solches tut oder tat. Wenn die Produktion erfolgreich ist und wenn die Produkte Absatz finden (jeweils "wenn und nur wenn"), dann kann der Investor einen Gewinn realisieren. Ob der "hoch" ist oder überhaupt vorhanden entscheiden letztlich sein Geschick, seine Produkte und Leistungen.

Ein Sparer stellt sein Geld als Kredit unspezifiziert jemand anderem zur Verfügung, der das Investieren übernehmen soll und verlangt dafür einen fixen Zins, wenn er kann.

Großer Unterschied.

Hier sieht man gleich, dass es nur Zins geben kann, wenn es mehr Investoren als Sparer gibt.

Beide brauchen aber die Nachschuldner,
andernfalls koennten gar keine Gewinne realisiert werden.

Gewinne, also Überschüsse kommen allein durch die Tätigkeit der Investoren, die Produkte und Leistungen erzeugen, zustande.

Und ohne Guthaben
(weil sonst das Teilreservesystem der geldschoepfenden Banken nicht
funktionierte) gaebe es keine Nachschuldner, die die eigentlichen Erzeuger
der Gewinne der Investoren sind (das Geld waechst ja nicht auf Baeumen).

Wie im anderen Post schon gesagt, sind es alleine die Produktion von Produkten und Leistungen, die Überschüsse ("Gewinne") schaffen. Geld ist daran nur mittelbar beteiligt.

Andernfalls waere es ein statistisches Nullsummenspiel, bei dem jeder mal
gewinnt aber auch verliert und am Ende wieder bei Null-Ertrag ankommt, weil
die zu verteilende Geldmenge immer gleich bliebe.

"Geldmenge" gibt es nicht. Es gibt neben Sachwerten Forderungen und Verpflichtungen, Geld dient zum Übertrag derselben. Die Wirtschaftenden lassen permanent Forderungen und Verpflichtungen entstehen und vergehen. Forderungen und Verpflichtungen kann es auch ohne Geld geben.

Es muessen sich also
immer welche finden, die in Geld sparen (notfalls per Gewalt z.B. ueber
Zwangsversicherungen), damit Investieren ueberhaupt moeglich ist.

Die finden sich auch immer, unabhängig von der Höhe des Zinses oder von Zwangsmaßnahmen. Was will der Geldhalter denn anderes machen, als sein überschüssiges Geld zu halten? Entweder unter der Matratze oder als Forderung (sic) bei einem Dienstleister, aka Bank. Er kann es natürlich auch verschenken (aufgeben) oder verbrennen, das gilt aber als irrational.


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