Besitzansprüche vs. Eigentum
Hallo BillHicks,
Hallo Nonpopulo,
die Definitionen sind interessant zu lesen, allerdings stellt deine
Interpretation das Konzept für mich dann doch in Frage.
da bin ich schon gespannt. Danke für Deine Antwort!
Du hast Dir zusätzlich zu bloßem Besitz (VON Sachen), den auch das
Tierreich kennt, das Eigentum (Recht AN Sachen) einfallen lassen, das
es nur in ganz bestimmten sozialen Systemen gibt und welches völlig in
der geistigen Welt angesiedelt ist.[/i]
Bei den Walrossen ist es so, dass das stärkste männliche Tier sämtliche
Weibchen zur Verfügung hat, und selbst diejenigen, die es selbst nicht
begattet, dürfen nicht von den schwächeren Männchen bestiegen werden.
Somit handelt es sich dabei um ein Eigentumsrecht in der Tierwelt, falls
deine Definition korrekt ist. Beispiele in der Art lassen sich bei
Säugetieren noch viele finden.
Selbstverständlich lassen sich viele solcher Beispiele finden.
Aber mit Eigentum hat das - nach meinem Verständnis - nicht das Allergeringste zu tun.
Du beschreibst Besitzansprüche, nicht Eigentum.
Niemand hat jemals Eigentum berührt,
gehört, gerochen, geschmeckt oder auch nur gesehen. Eigentum ist eine
IDEE, die durch ihre potenzielle Durchsetzbarkeit zu Recht wird.
Eigentum bedeutet Machtanspruch auf bzw. über etwas. Es ist somit keine
Idee, sondern ein primäres Überlebensprinzip der Natur.
Bei dieser Eigentumsdefinition wäre ich längst in zynische Depression verfallen
Zum Glück ist das Eigentum kein Überlebensprinzip der Natur. Eigentum ist Kultur (und entsprechend gestaltbar). Eigentum ist der Natur völlig fremd.
Das Stärkere
setzt sich gegen das Schwächere durch und unterwirft es seinem Willen.
Zu viel Thucydides gelesen?
Das
Ausarten geschah erst durch das Entstehen der Moral/Manipulation, die das
klare Bewusstsein über das natürliche Streben nach Macht und Eigentum
vernebelte und das Geistige zum Machtinstrument erhob.
Bloße Macht allein bringt noch kein Eigentum hervor.
EIGENTÜMER der Welt kann man (theoretisch) werden. Das ist der mal
mehr mal weniger offen geführte Kampf, den sich die Wirtschafter quer
durch alle Schichten liefern. Wer wird Eigentümer der Welt?[/i]
Das Leben ist Kampf um Macht.
Wo genau?
Jeder der einmal einen Krieg, eine
Hungersnot, ein totalitäres System oder sonst eine gesellschaftliche
Katastrophe erlebt hat, weiss das.
Findet "Leben" nicht auch außerhalb dieser Umstände statt?
Das sind doch sämtlich sehr spezifische und insbesondere nicht alle denkbaren Umstände, findest Du nicht?
Wäre es nicht voreilig von diesen Umständen darauf zu schließen, dass "das Leben" sämtlich und ausschließlich halt nun mal "so ist"?
Aber WIR wissen das nicht.
D.h. im Klartext: offensichtlich findet Leben auch außerhalb der von Dir beschriebenen Umstände statt. Nämlich bei UNS, die wir diese spezifischen Umstände gar nicht kennen.
Warum kennen genau kennen wir sie eigentlich nicht?
Das ist der
Grund, warum WIR Mitteleuropäer im Grossteil zu weichgespülten,
handzahmen, berechenbaren, manövrierbaren, konfliktscheuen und in der
Folge mehr oder weniger depressiven Menschen geworden sind.
Ich stimme mit Dir völlig darüber ein, dass - gerade die Europäer - sich besonders heftig über ihre Wirkung in der Welt in die eigene Tasche schwindeln und - ob ihrer schlichten mehrdimensionalen Impotenz - gerne Pazifismus vorschieben.
Mir gefällt dazu Münklers "mürrische Indifferenz" ganz gut um gerade aus dieser Ecke herauszudenken (und zu handeln).
Und btw., neben
wirtschaftlichen Vorteilen, die ebenfalls dieser mitteleuropäischen
"Mentalität" geschuldet sind,
Könnte "Eigentum" (in meinem oben definierten Sinne als Idee, die zu Recht per Durchsetzungsmöglichkeit wird) eine Rolle für diese mitteleuropäische "Mentalität" spielen?
ist dies der Grund, warum Asiatinnen,
Afrikanerinnen und Südamerikanerinnen oft westliche Männer bevorzugen =>
wir sind so "treu", "romantisch" und "verantwortungsvoll".
Zu welchen Zwecken dient eigentlich das Suchen irgendwelcher Prinzipien in der Natur um diese nach dem vermeintlichen Finden dann als Begründung für eigenes Verhalten her zu nehmen?
Warum sind wir nicht einfach die Männer, die Frauen, die Menschen, die wir sein wollen? So wie es sich für uns gut anfühlt. Fertig. Wozu an der vermeintlich gefundenen "Natur" kleben und diese dann als Grund für unser Verhalten vorschieben?
Grüsse Nonpopulo
Schöne Grüße und nochmals Danke für Deine Antwort
--
BillHicks
..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.