Autonomes Fahren - Auswirkungen auf ÖPNV
Hallo zusammen,
nachdem die WELT das Thema "Autonomes Fahren" im Eisenbahnverkehr behandelt – http://www.welt.de/wirtschaft/article148456064/Wieso-die-Bahn-bald-auf-Lokfuehrer-verzi... – wollte ich einige Gedanken/Thesen beisteuern:
1.) Autonome Züge sind technisch gesehen machbar (siehe Ausland). Aufgrund der Tatsache, dass bei der DB AG Entscheidungsprozesse etwas länger dauern und die GdL blockieren dürfte, werden autonome Eisenbahnen auf breiter Front eher später kommen.
2.) Autonome PKW im großen Stil scheinen schneller zu kommen: 2020 auf Autobahnen, 2030 auch in der Stadt.
3.) Es werden autonome Taxis kommen, ohne Fahrer, anzufordern per App, die den Fahrgast den kompletten Weg von Start zu Ziel kutschieren. Das Ganze wird unter Wettbewerbsbedingungen stattfinden (über, Google, DB AG, Automobilkonzerne,...). Fahrzeugmodelle von spartanisch-klein bis Luxus. Da keine Taxifahrer mehr benötigt werden, sinken die Kosten je Kilometer gegenüber heutigen Taxifahrten um mindestens 30 %.
4.) Die Attraktivität der Autonomen Taxis führt zu Rückgang des klassischen ÖPNV (Eisenbahn, U-Bahn, Busse), da dieser unflexibler ist (Fahrpläne, Haltestellen, Umsteigen).
5.) Durch die sinkenden Nutzerzahlen werden ÖPNV-Systeme unverhältnismäßig teurer und zurückgebaut. Strecken, Tunnel, Bahnhöfe werden auf das System Straße umgewandelt. Eisenbahn bleibt ggf. auf hochfrequentierten Langstecken (Köln - Frankfurt - Berlin - München - Hamburg + Seehäfen + Containerterminals) und lokalen Insellösungen (Museumsbahn mit Nostalgiecharakter). Das Straßennetz wird generell erweitert (Fläche, Verkehrssteuerung zur Verbesserung der Kapazität).
6.) Eisenbahnbedienstete und Taxifahrer werden im großen Stil ihre Jobs verlieren. Der Straßenbau, Fahrzeugtechnik und Informatik werden hingegen profitieren.
Wie ist Eure Einschätzung?
VG Roetting