DGF, Subkulturen und Regeln.
Hallo Uwe, danke Dir für die schöne Diskussion.
Die Subkultur „Gelbes Forum“ besteht aus vielen einzelnen Teilnehmern aus teilweise sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Subkulturen mit sehr unterschiedlichen Auffassungen davon, was „man“ sich (oder jemand anderem) „erlauben“ kann bzw. was „als normal“ eingestuft werden kann und was nicht.
Die Teilnehmer sind sich lediglich in dem Punkt einig, dass es für jeden WICHTIG und GUT ist, mit anderen Personen im Gelben Forum zu lesen und zu schreiben und sich mit unterschiedlichen Sichtweisen auseinanderzusetzen. Genau DAS macht auch den Wert des Forums aus. Und genau das macht es auch für den Forenbetreiber so schwierig, das Forum „offen“ am Laufen zu halten.
Forumsregeln sind selbstverständlich verbindlich für alle. Wir sind uns auch ALLE einig, dass ein Verstoß gegen die Forumsregeln sanktioniert werden muss. Und zwar in den Abstufungen „Verwarnung“ (falls sich jemand im Eifer des Gefechtes vergallopiert hat) und GELBE, ROTE KARTE, SPERRE, wenn das nichts nützt. Bei einem sehr lebendigen Forum stellt sich jedoch das Problem, dass die Moderatoren kaum in der Lage sind, jeden Beitrag sofort auf „Verstöße“ hin durchzulesen. Man sollte sich also überlegen, auf welche Art und Weise man die Moderatoren entlasten kann. Ich hoffe jedoch, dass durch die Diskussion eine gewisse Besinnung eintritt.
Dabei möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass auch die Entschuldigung, dass man sich durch die tatsächliche oder vermeintliche „Beleidigung“ eines anderen zu noch gröberen Beleidigungen und Verbalinjurien hinreißen lässt, nicht akzeptabel ist. Genau an diesem Punkte werden/wurden die handelnden Parteien zu „Kontrahenten“ (möglicherweise auch bereits früher, was aber genau zu untersuchen wäre).
Ich bin immer wieder darüber erstaunt, mit welcher Leichtfertigkeit „hier“ anderen DIREKT unterstellt wird, dass sie „lügen“ (ein Dank an azur, dass er damit sehr souverän umgeht) oder dass sie „Bezahlschreiber“ seien (auch hier ein Dank an pigbonds, dass er diese Vorwürfe ignoriert und weiter argumentiert). Auch die Art und Weise wie man sich gegenseitig diskreditiert, indem man die „Ignore“-Liste nach Beifall heischend ins Spiel bringt, entbehrt nicht einer gewissen Absurdität. Natürlich auch der Usus, andere Diskutanten als „Dummköpfe“ und „Schandmäuler“ zu bezeichnen. Auf den Vorgang, anderen Foristen strafbare Handlungen zu unterstellen, weil Äußerungen falsch interpretiert wurden, muss man wohl kaum eingehen. Erst kürzlich verstieg sich ein vermutlich sonst gutmütiger Forist dazu, seinen „Kontrahenten“ Eifersucht zu unterstellen. Aber auch dies blieb kein Einzelfall sondern wurde sogar als generelle Begründung für das Verhalten von anderen Foristen bemüht. Nun mag das im Einzelfall ja zutreffen, aber in der Gesamtheit würde ich das doch bezweifeln. Da ich nur sporadisch lesend und schreibend aktiv bin, werden mir sicherlich etliche Dinge noch entgangen sein.
All diesen Fällen ist eines gemeinsam: Das stichhaltige Argument wird durch Pöbeleien ersetzt. Genau das aber sollte in einem solchen Forum unterbleiben. Wir müssen uns ja nicht an den Vorbildern der Politik orientieren. Der TON macht in sehr vielen Fällen die Musik.
Zu den Missdeutungen,
die ggf. als "Beleidigungen" interpretiert werden könnten:
Das ERSTE, was hilft ist NACHFRAGEN, ob die "Aussage" so gemeint ist, wie sie AUFGEFASST wurde. Das zwingt beide Teile dazu, sich genau zu überlegen, WAS sie sagen und wie sie es ausdrücken. Dies wäre die allererste Forderung um zukünftige Exzesse zu vermeiden.
Das ZWEITE, was wir immer im Kopf behalten sollten: Jeder Mensch hat eine andere Wahrnehmung und interpretiert das, was er sieht und hört unterschiedlich. Wir müssen unterschiedliche Meinungen akzeptieren!
Zu unterschiedlichen Subkulturen:
Sprache wird in unterschiedlichen Subkulturen sehr unterschiedlich gebraucht. Sie wird auch hier im Forum SEHR unterschiedlich gebraucht!
Dazu kommen Generationsunterschiede, die es glücklicherweise auch im Forum gibt.
Jede Generation hat ihr eigenes Ausdrucksverhalten und ihr eigenes Wertesystem. Diejenigen unter uns, die intensiv mit den eigenen Kindern oder Enkeln in Kontakt stehen, werden die Unterschiede spüren. Spätestens in der Pubertät wird man damit intensiv konfrontiert, wenn die „gesunden“ Jugendlichen beginnen, sich von den „guten, allwissenden“ Eltern „zu befreien“. Bisweilen sehr heftig!
Der Diskussionsstil ist in unterschiedlichen Subkulturen unterschiedlich.
Das, was bei den einen eine starke Beleidigung sein mag, gehört bei den anderen zu einer heftigen Diskussion. Insofern müssen wir auch akzeptieren, dass Menschen einen unterschiedlichen „Stil“ haben, selbst wenn er uns nicht gefällt. Dies soll aber keinesfalls beleidigenden Zuschreibungen Tür und Tor öffnen.
Wie man auch im Forum sehen kann, gehen Menschen mit „Beleidigungen“, „Beleidigen“ oder vermeintlichen Beleidigungen unterschiedlich um. Das hängt sowohl von ihrem Selbstverständnis als auch von ihrer Sozialisation ab.
Wir alle, die wir hier schreiben, sind unterschiedlich sozialisiert.
Wir sollten uns gegenseitig aufmerksam machen, wenn wir „die Regeln“ verletzten und wenn das nichts nützt, dann müssen wir die Forenleitung einschalten.
In den letzten Tagen sind übrigens die „Beleidigungen“ und „Unterstellungen“ nicht weniger geworden, obwohl das „Musterbeispiel“ BL nicht hier war.
Daher meine Bitte:
Gemessen werden muss IMMER mit GLEICHEM MASS, ansonsten wird es keinen Frieden geben. Das gilt sowohl für uns, als auch für die Welt da „draußen“.
Zum Nachtrag:
Danke für das Nachfragen! Dadurch kann ich klarstellen, was ich genau meine. Nein, echte und vermeintliche Beleidigungen will ich absolut nicht unterstützen. Vermeintliche Beleidigungen kann man durch Nachfrage „ausräumen“ (war das „so“ gemeint, wie ich es aufgefasst habe) und dadurch „Verletzungen“ und „Maschendraht-Zaun-Prozesse“ vermeiden. Echte Beleidigungen müssen unterbunden werden. ALLE!
Weshalb ich den Text der US-Army eingestellt habe ist folgendes: Die US-Army zeichnet sich durch Heterogenität der Mitarbeiter (Melting Pot) aus und muss sicherstellen, dass die Soldaten „motiviert“ (soweit das im Krieg überhaupt möglich ist) ihren Dienst verrichten. Im „Ernstfall“ geht das nicht über „Befehle“ und „Zwang“, sondern nur über gute Führungseigenschaften. Der User Dragonfly schrieb im Forum dazu und meinte sinngemäß (bitte im Link nachlesen), er könne echte Führungseigenschaften nicht hoch genug einschätzen. Man könne die jedoch ausbilden. Dazu verwies er auf den genannten Text. Es geht in diesem Zusammenhang vermutlich (meine Meinung, ohne das gelesen zu haben) um die Förderung von Kooperation und Motivation anstelle von reiner Konfrontation. Vielleicht hilft es uns allen im Forum, uns mit solchen Themen nochmals auseinanderszusetzen.
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