Unterschiedliche Glaubensgrundsätze
Guten Tag,
Guten Tag,
auch wenn wir unterschietlichen Glaubensgrundsätzen folgen, mag ich deine Einlassungen. Sie sind gut zu lesen und bringen Abwechslung in meine alles erklärende Debitismus-Tristes.
Was den Weltenlauf hin zur NWO angeht, so bin ich eben eher ein Glaubensbruder debitistischer und geistesgeschichtlicher Notwendigkeiten, als das ich an die gottgleiche Gestalungsallmacht dunkler Hintermänner und Logen glaube. Nachdem die Aufklärung Gott als Gestalter ausgeknipst hat sind wir natürlich dazu genötigt unseren Erklärungsdurst ausschließlich mit irdischen (Phantasie)Gebilden zu stillen. Mit der Existenz gottgleicher Hintermänner ist möglicherweise auch der Irrglaube verbunden, dass nur noch diese Hintermänner zu entlarven und auszuknipsen sind und anschließend dem Himmelreich auf Erden nichts mehr im Wege steht.
Aldous Huxley waren beide Mitglieder der „Fabian Society“. Das Logo dieses
ominösen Betriebes bildet einen Wolf im Schafpelz.
Wie viele zweckdienliche und konkurrierende Vereine, Debattierklubs und Gesellschafen hat die Aufklärung eigentlich hervorgebracht? 1000, 100.000, oder gar 1. Mio? Ich selber sitze beruflich im BRD-Industrie-Spitzenverein, der Verbindungen in die allerhöchsten politischen und wirtschaftlichen Kreise pflegt. Trotz meiner Teilweise recht intimen Einblicke habe ich von der unterstellten Gestalungsallmacht nicht viel mitbekommen. Daraus zu schließen, dass mein Vereinspräsident und mittelschwerer Ruhrpott-Oligarch nur eine Marionette in Abhängigkeit wahrhaft gottgleiche Hintermänner ist, erscheint mir dabei etwas fragwürdig.
Ich kann auch nicht glauben, das Huxley aus den Abgründen der ominösen „Fabian Society“, dem Evangelisten Matthäus gleich, die NWO aus erster Hand offenbart wurde und Huxley das Offenbarte anschließend nur niederschrieb.
Der Wolf im Logo dieser ominösen Gesellschaft richtet sich vielleicht auch gegen kongruierende „NWOs“. Im Grunde kann sich jeder revolutionäre Weltverbesserer das Logo ans Revers heften. Laut Camus beginnt jede Revolution im Schafspelz freiheitlicher Vorsätze, aber stets kommt der Zeitpunkt, da die Gerechtigkeit die Aufhebung der Freiheit erfordert und die Revolution im Terror endet.
Röpke geht davon aus, um meine Zitate-Orgie fortzuführen, dass wir, nachdem wir uns ohnehin an den Staatszwang gewöhnt haben, den Rest der Strecke, der uns vom hundertprozentigen Staatszwang trennt, nicht mehr wichtig nehmen. Wobei Gabriel Marcels Vermutung, dass die Ausprägung der aufkommenden Welt an den Konzentrationslagern abzulesen ist, offenbar nicht zutrifft, weil wir den gewaltlosen Totalitarismus bevorzugen, der, wie es Josef Pieper formulierte, jederzeit mit bestechenden Argumenten bestreiten kann, das zu sein, was er wirklich ist.
Mit freundlichen Grüßen
Schneider