Sinnvolles Wahlverhalten

helmut-1, Siebenbürgen, Sonntag, 07.02.2016, 10:38 (vor 3653 Tagen)6638 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 07.02.2016, 14:37

Angesichts dessen, dass ja in absehbarer Zeit wieder Landtagswahlen stattfinden werden, stelle ich mir die Frage, was dabei eigentlich angesagt ist, auch, wenn's mich persönlich nicht betrifft. Irgendwie muss man doch einen Weg finden, wie man sich in dieser Zeit richtig verhält - und wie man sein Verhalten auch vor sich selbst verantworten kann.

Wenn man das mal z̶u̶s̶a̶m̶m̶e̶n̶f̶a̶ß̶t̶ zusammenfasst, dann sieht das in meinen Augen so aus:

Sicher haben diejenigen, die nicht wählen, weil sie das derzeitige Staatsgebilde generell ablehnen, mit den Feststellungen recht, dass es im Völkerrecht und bei der Verfassung Widersprüche beim Gebilde BRD gibt. Die Frage bleibt, wie man das ändern kann. Sich dessen b̶e̶w̶u̶ß̶t̶ bewusst zu sein und sich selbst das täglich vorzubeten, das beruhigt vielleicht, aber ändert nichts am System.

NSU ist auch keine Lösung, keine Steuern zahlen bringt Probleme, und von irgendwas muss man sich schließlich ernähren. Auf die Straße zu gehen und zu versuchen, die Passanten davon zu überzeugen, dass man die BRD abschaffen m̶ü̶ß̶t̶e̶ müsste - da wird man wohl kaum einen finden, der dann stehen bleibt und sich das anhört.

Ich selbst habe mir das einmal gründlich reingezogen, aber beim zweiten Mal lese ich das auch nicht mehr im Net, weil ich nichts Vorteilhaftes dabei sehe, mir das immer wieder durchzulesen wie bei der tibetanischen Gebetsmühle - ich überspringe das. Anderen wird's genauso gehen.

Ich kann einfach nichts erkennen, was bei der Ablehnung der BRD zum Erfolg führen könnte - weil es immer nur eine theoretische, vielleicht auch ideologische Denkweise sein, für die ich keine praktische Umsetzung erkennen kann.

Deshalb stellte sich für mich die Frage, wie ich dem System mit seinem eigenen System schaden kann. Ich habe das früher, als ich noch in Deutschland lebte, konsequent gemacht. Da konnte man das noch als Selbständiger. Ich habe mich ausgeklinkt aus der Sozialversicherung, Steuern wurden, wenn überhaupt, nur auf minimalsten Level bezahlt, und ich habe in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Jugendarbeit immer versucht, die jungen Leute so zu informieren, damit sie beginnen, kritisch zu denken und auch zu hinterfragen.

O.k., aber ich bin ja nur ein Staubkorn im Mosaik des Ganzen. Dann stellt sich die Frage, wie man das dann mit den Wahlen hält. Klar gibt's pro und contra, wie man am besten vorgeht. Einen hilfreichen Hinweis im Sinne einer Analyse oder Gegenüberstellung habe ich auch bei der Diskussion hier im Gelben Anfang Januar nicht entdeckt, - lediglich Meinungen.

Zwei Meinungen stehen sich gegenüber: Der Nichtwähler unterstützt dabei die großen Parteien (also nicht "nichtwählen") - der Nichtwähler mindert den pro-Kopf-Wahlkampfzuschuss (also doch "nichtwählen"). Über den Effekt der ungültigen Stimme gehen die Meinungen auseinander.

Derzeit wäre es angesagt, eher noch die AfD zu wählen, damit sich endlich eine deutliche Kraft gegen die Regierungstendenz stellt. Das Problem ist nur, dass sich im Falle von 40 % für die AfD sämtliche anderen Parteien, einschl. CDU,SPD, Grüne und Linke (die FDP zählt sowieso nicht mehr) dann gegen die AfD zu einer richtig großen Koalition zusammenschließen würden.

Trotzdem könnte das ein Zeichen sein,das gesetzt wird, und wodurch man ein Umdenken erreichen würde. Ich sehe ja, was das Anwachsen der FPÖ in Österreich bewirkt, in verschiedenen Gegenden schon über 30%.

Aber ehrlich gesagt, die beste Lösung habe ich noch nicht gefunden. Einfach nicht zur Wahl gehen, - o.k., aber dann brauche ich noch ein paar handfeste Begründungen, die mich davon überzeugen, dass ich dadurch was tue, was in die richtige Richtung geht. Nicht nur mit theoretischen, sondern auch praktischen Folgen. Das Schlimme dabei ist, - eine 100%ige Wahlenthaltung wird es nicht geben. Und wenn nur 1% wählen geht, dann ist die Wahl gültig.

Halbwegs brauchbare Infos habe ich auf dieser Seite gefunden. Aber den richtigen Modus vivendi habe ich auch noch nicht entdeckt.

http://www.wahlrecht.de/lexikon/ungueltig.html

Oder hat jemand noch andere Infos?


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