Das ist einerseit nachvollziehbar, aber andererseits ist das Leben komplex - Nachtrag SchwarzRotGold

azur, Samstag, 09.01.2016, 05:42 (vor 3682 Tagen) @ re-aktionaer4169 Views

Hallo re-aktionär,

stimmt alles und war schon als Student mein Problem (das habe ich oft angesprochen):

Ich persönlich habe ein massives Problem damit, dass ich als Individuum
Fachleute konsultieren muss, damit ich weiss, ob mein Handeln überhaupt
erlaubt ist.

Wie willst Du das verhindern? Wir leben in einer komplexen Gesellschaft und das Recht bildet doch nur ab, wofür es da sein soll.

Einfach war es noch nie, kann es nicht sein, weil das Leben auch kompliziert ist, dass durch das Recht geregelt und beurteilt werden muss.

Und diese feinen Differenzierungen sind ja nicht nur von Nachteil. Sondern schaffen mehr Möglichkeiten zur genaueren Trennung von Begriffen und zur genauen Beurteilbarkeit.

Das hier gilt also nicht umsonst (ist ja auch eine sattsam bekannte Diskussion): https://de.wikipedia.org/wiki/Ignorantia_legis_non_excusat

Ich finde es noch schlimmer, dass derjenige bei uns "Recht"
bekommt, der die finanziellen Mittel oder das Hirn hat, diese Mechanik zu
bedienen, während alle anderen den Kürzeren ziehen müssen.

Leider keine Ausnahme. Aber nicht durchweg die Regel.

Der
Rechtsstaat ist auf weiter Strecke nichts anderes als Faustrecht, bei dem
die Faust durch Hirn und Geld vertauscht wurde,

Dann kannst Du den eigentlichen Unterschied rein gar nicht ausmachen!

Fastrecht ist das reine Recht des Stärkeren, für das es bestenfalls Rahmen gibt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Faustrecht

Die Folge sind verheerende Fehden: http://deutschland-im-mittelalter.de/Rechtssystem/Fehderecht

Dann kamen Kirchfrieden (Regelungen für die Fehde: Kampfzeiten - so etwas gab es auch in Schlachten, Orte, zu schonende Wege, Geräte, Personen), dann der Land- bzw. Reichsfriede, wo eben vereinbart wurde, dass alles nur noch nach förmlichen Verfahren durch Unabhängige entschieden und vollstreckt wird.

Die Sache läuft nicht perfekt und kann es vielleicht auch nicht, weil nicht alle Konflikte und jeder Irrsinn vermeidbar ist, aber es ist besser, als unter desperater Willkür.

Das mag sein:

Bald gibts wieder einfache Clangesetze.

Einfach sind die Regelung von Konflikten, Strafen, Bußen, Ausgleich usw. auch nicht in vorrechtlichen Gemeinschaften. Das belegen Untersuchungen, wie die, die Wesel an Hand der Nuer darlegt.

Ganz im Gegenteil: T. w. sind die erforderlichen Handlungen noch weit aufwendiger (auch zeitlich) und oft irrationaler. Viel wird dort tabuisiert, ohne Erklärung und Mittel zu hinterfragen oder etwas genauer erklärt zu bekommen.

Das Leben ist nicht einfach. Also ist es das Recht auch nicht.

Damit muss man leben. Aber es ist weit besser als Faustrecht und verheerende Fehden. Allein die volkswirtschaftlichen Schäden waren enorm! Immerhin bis hin zum Genozid. Und: z. B. Fernhandel geht auch nur bei sicheren Transporten und Wegen.

Zudem: Du kannst doch sicher damit leben, an den richtigen Stellen eine Architekten, Mechaniker oder Arzt zu fragen. Mit Verlaub und unter uns alten Pastorentöchtern: Da bockst Du doch auch nicht rum, dass es gemein sei, dass nicht jeder alles genau wisse.

Da Du weist, dass ich Dich schätze, geht mir das durch. Zumal: auch sich Beleidigen unter Freunden, ist unter Stämmen sehr beliebtes Agieren, um seine Beziehungen zu pflegen: https://de.wikipedia.org/wiki/Joking_relationship
https://de.wikipedia.org/wiki/Joking_relationship#Scherzallianzen_in_der_Sahelzone - und das sind vorrechtliche Gemeinschaften [[zwinker]], so mit ganz "einfachen" Leben im Clan.

Siehe dazu auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Ortsneckname

(siehe übrigens auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Herrschaftsformen )

Viele freundliche Grüße

azur


PS: Nachtrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Franzosenzeit#Territoriale_Ver.C3.A4nderungen

"Die Farben Schwarz-Rot-Gold, nach dem Vorbild der Uniformen des Lützower Freikorps wurden zum Symbol dieser Bewegung."

https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCtzowsches_Freikorps
"Von seinen Uniformfarben leiten sich die deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold her.

Die Uniformfarben des Freikorps wurden legendär. Nach dem Krieg trugen manche seiner überlebenden Mitglieder diese Uniform weiter, als sie ihr Studium an der Universität Jena fortsetzten. Sie gründeten 1815 in dieser Uniform auch die neuartige, weil gesamtdeutsch ausgerichtete Urburschenschaft. So wurden die Farben Schwarz-Rot und dann Schwarz-Rot-Gold ab 1815 die Farben der Burschenschaftsbewegung und verbreiteten sich von Universität zu Universität als Zeichen des Einheits- und Freiheitswunsches."


Und - siehe da: https://de.wikipedia.org/wiki/Volksgemeinschaft#Im_Deutschen_Kaiserreich

Das ethnisch definierte Volk war in dieser Vorstellungswelt nicht mehr klassisches „Staatsvolk“, für das Institutionen und Recht eines Staates charakteristisch sind, sondern imaginierte Abstammungsgemeinschaften, gemeinschaftliches Blut und Boden waren die gemeinsamen Merkmale. Dementsprechend wurden die Begriffe von „Staat“ und „Staatsgebiet“ durch die von „Volk“ und „Lebensraum“ ersetzt. Dieser Lebensraum sei das Territorium des ethnisch definierten Volkes.
Die Staatswissenschaftler Johann Plenge und Rudolf Kjellén popularisierten die Vorstellung von einem Staat, in dem „alle mit gleichem Anteil leben“, was auf Inklusion und Homogenität abzielte. Unterstützt wurde dieser Gedanke von so unterschiedlichen Gelehrten wie Franz Oppenheimer, Werner Sombart, Ferdinand Tönnies, Max Scheler, Friedrich Meinecke und Ernst Troeltsch. Die ethnische Definition des Volkes und die Vorstellung der Homogenität entsprachen jedoch nicht der Zusammensetzung der Bevölkerung auf deutschem Staatsgebiet. Bereits 1911 wurde die Volksgemeinschaftsidee vom Alldeutschen Verband im Sinne von Ausgrenzung und Vertreibung Fremdsprachiger verstanden.[4] Juden, Katholiken und nationale Minderheiten (preußische Polen, französischsprachige Lothringer, Dänen in Nordschleswig) sollten nicht zur Volksgemeinschaft gehören. Hierbei taten sich insbesondere Georg von Below, Eduard Meyer, Dietrich Schäfer und Reinhold Seeberg hervor, die der 1917 gegründeten Deutschen Vaterlandspartei nahestanden."

sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Luftkrieg#Bombenangriffe_auf_Deutschland

"Die eigentlich die nach dem Kriegsvölkerrecht zu schonende Zivilbevölkerung sollte mit getroffen werden
, in der Hoffnung, hierdurch deren Moral zu brechen („morale bombing“) und so den Widerstand gegen das NS-Regime zu stärken."

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(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.


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