Bitte.
Hier eine Pressemeldung dazu:
http://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-usa-oil-idUSKBN0TT2O120151210
Eine etwas detailliertere Darstellung über die Oiltrades des IS:
http://ig.ft.com/sites/2015/isis-oil/
Ist ja auch irgendwie logisch, dass wenn IS alles Öl in Syrien kontrolliert, dem Assad nur die Häfen bleiben. Dass es da zu einer hohen lokalen Nachfrage auf Assads Gebieten kommt, ist stark anzunehmen (insbesondere der Detailhandel). Bekanntlich hört bei Geld Freund- und Feindschaft auf.
Es scheint auch so, dass sich der IS gar nicht in den Handel einmischt, sondern direkt an den Quellen bzw von den paar Raffinerien, die ihnen verblieben sind, verkauft. (Großteil scheint von privat-betriebenen Makeshift-Raffinerien zu stammen.) Aller weiterer Handel ist ganz normal in Krisengebieten, einschließlich Schmuggel. (Den Syrisch-Türklischen Schmuggel gab es schon lange vor IS/Assad, hat also im Grunde Tradition). Aber die Darstellung, dass ganze Staaten an den Ölkäufen von IS beteiligt sein sollen, halte ich für absurd. Dafür sind die Preise viel zu sehr im Keller, die Mengen zu klein und die Extraktion, Raffinerierung und Handel viel zu teuer. Außerdem wäre das im großen Stil nicht verdeckbar.
Hier noch ein paar andere interessante Quellen dazu. Keine belegt oder bestätigt die russischen Anschuldigungen, dass "die Türkei", ja sogar Erdogans Familie in einem Öltrade grossen Stils mit IS verwickelt wären. Wohl aber im Zusammenhang mit Assads Gebieten: "Last week, the U.S. Treasury Department announced sanctions against George Haswani, a Syrian businessman who allegedly acted as a middleman for sales between ISIS and the beleaguered Assad regime." ( http://www.newyorker.com/news/news-desk/the-isis-oil-trade-from-the-ground-up )
Oder auch hier eine interessante und vor allem logisch aufgebaute Analyse des Rohstoffgeschäftes in Syrien: http://www.thedailybeast.com/articles/2015/12/10/isis-is-the-con-ed-of-syria.html
Der erwähnte Grenzschmuggel zur Türkei ist lokal begrenzt und wird ja mit mehr oder weniger Enthusiasmus von der offizieller Seite zugegeben und bekämpft. Aber es wird wohl niemand glauben, dass sich der IS aus diesem allein auch nur annähernd finanzieren kann.
Hier auch wieder: Das Unterbinden des Ölgeschäfts auf IS-Seite trifft zuerst die Zivilbevölkerung mit der Gefahr deren Radikalisierung und dadurch indirekten Stärkung des IS. Die Saudis und Iraner spielen meines Erachtens eine viel zwielichtigere Rolle in dem Ganzen als die Türkei. Die sollte man schleunigst in die EU fester einbinden. Aber vielleicht hat man diese Chance bereits vertan.
Es ist und bleibt verzwickt da unten.
Gruss
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"Den Staat (oder irgendwas anderes) zu bekämpfen macht ihn nur stärker.
Willst Du den äußeren Staat erschüttern, dann erschüttere den Staat in Dir." (@Konstantin)