Preparedness - ein paar Gedanken dazu

Fairlane, Mittwoch, 04.11.2015, 12:48 (vor 3739 Tagen) @ Nitram6112 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 09.06.2016, 18:00

Hallo Nitram,

ich denke Du wirfst mit Deinem Beitrag zweifellos einen wichtigen Aspekt der herrschenden Zustände auf und jeder, der mit offenen Augen durch das Leben geht, wird sich früher oder später die Frage stellen welche persönlichen Vorbereitungen sinnvoll sind, um im Falle des SHTF mit heruntergelassenen Hosen dazustehen.

Im Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis gehen meiner eigenen Erfahrung nach die Ansichten über entsprechende Vorbereitungen um bis zu 180 Grad auseinander und manch einem fehlt dafür grundsätzlich jedes Verständnis.

Seit 2008 setze ich mich mit dieser Thematik intensiv auseinander; mein persönliches Ziel möglichst unabhängig zu werden steht hierbei im Vordergrund. Gewiss erreiche auch ich keine vollkommene Unabhängigkeit vom System, was limitierenden Faktoren wie Geld, Familie und Job zu "verdanken" ist.

Das ganze Thema Survival&Preparedness - um es einmal so zu nennen - ist eine Wissenschaft für sich selbst und die daraus entstehende Unabhängigkeit und Eigenständigkeit ist im Laufe der Zeit vielen Menschen abhanden gekommen, da sich unser Lebensstil geändert hat. Waren in früherer Zeit noch Fertigkeiten wie Einkochen und Konservieren weit verbreitet, so ist dies jüngeren Menschen vielleicht noch bekannt, aber kaum einer beherrscht es mehr, da es in Folge von Zeit- und Interessenmangel in die Belanglosigkeit abgedrängt wurde.
Aspekte wie Kommunikation in einer Krise mittels Funk, wie von Vorschreibern erwähnt, waren früher (in Zeiten vor Mobilfunk und Internet) ein gerne gepflegtes Hobby und heute (leider) ein Relikt vergangener Tage, bis auf einige Individualisten mit AFU-Lizenz.

Um meine Ausführungen auf den Punkt zu bringen:

Wer unabhängiger werden mag, sollte sich zunächst an jenen Szenarien orientieren, deren Eintrittswahrscheinlichkeit am plausibelsten sind, d.h. Engpässe in der Versorgung mit Wasser, Strom, Nahrungsmitteln und sich diesbezüglich wappnen, was z.B. einen haltbaren Wasservorrat für ein oder mehrere Monate betrifft, Nahrung die länger haltbar ist einbezieht und entsprechende Koch- und Wärmequellen nebst Licht (Taschenlampe mit gängigen Batterien, Benzin oder Petroleumleuchten, eine zuverlässige Heizquelle wie ein Holz-/Kohleofen oder Petroleumofen). Damit hat man schon gegenüber 80% der Ottonormalbevölkerung einen unschlagbaren Vorteil.

Alles andere diskutiert und erforscht man meiner bescheidenen Meinung nach besser in spezialisierten Foren, da das Thema den Rahmen des Gelben todsicher sprengt.

Foren hierzu:

http://www.survivalforum.ch/forum/forum.php
http://www.ofsg.de/
http://www.bushcraft-deutschland.de/
http://www.bushcraftportal.net/index.php?page=Portal

Nützliche Literatur:

Das grosse Buch der Überlebenstechniken

Gruppenbildung sehe ich persönlich als einen sinnvollen Aspekt an; aus eigener Erfahrung rate ich jedoch zur Vorsicht, denn die Definition TEAM wird allzuoft als Einladung zu

Toll
Ein
Anderer
Machts

uminterpretiert.

Wer auch immer sich motiviert fühlt zu "preppen" tut gut daran erst einmal die eigene Familie und in zweiter Linie ECHTE Freunde zu einer funktionierenden Gemeinschaft zusammenzuschließen, bevor man sich in das Wagnis begibt mit anderen etwas auf die Beine zu stellen, was dann im Fall der Fälle zu einem Desaster in einer Krise wird, denn wer wirklich überleben will, wird früher oder später auf die Problematik stoßen, dass schwache Gruppenmitglieder nur mitgeschlieft werden, andere bestimmen wollen wo und wie es lang, bzw. weiter geht - und meiner bescheidenen Meinung nach ist nichts fataler als wenn ein guter Gedanke zu einem weiteren Problem wird, das man nicht gebrauchen kann.

Gruss, Fairlane


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