Abeitsteilung statt Selbstversorgung

Eric, Donnerstag, 10.09.2015, 12:09 (vor 3789 Tagen) @ Konstantin4027 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 10.09.2015, 12:21

Hallo Eric,

im Sinne der Sachbuchreihe "Für Dummies", wage ich mal ein paar einfache
erste Schritte anzuleiten, das Thema "ökologischer Fussabdruck"
verständlich zu machen.

Frage:
Hast Du gestern etwas gegessen?
Hast Du womöglich die letzten 365 Tage im Durchschnitt jeden Tag etwas
gegessen?
Ja, und zwar mehrfach täglich?
Ok, das ist ganz normal.

Wo kommt das Essen her?
Vom Supermarkt, von der Pizzeria?
Ok, so ist das derzeit üblich.

Nur, woher haben die das Essen bekommen?
Vom Großhandel, von der Metro?
Ja, und die???

Genau, das Essen kam ursprünglich mal (vor ganz vielen Schritten) vom
Feld.
Kannst Du mir folgen?
Jedes Brot, jeder Pizzateig war mal Getreide.
Jeder Pizzabelag war mal: Tomate am Busch und (Käse kommt von Milch und
die kommt von der Kuh) Kuh, die Gras frisst auf der Weide. Und wenn die Kuh
im Stall stand, dann wuchs das Gras auf der Wiese.

Wie ich dir bereits erklärt habe, haben wir eine Nebenerwerbslandwirtschaft. Das bedeutet, wir säen Kartoffeln aus, wir brennen Schnaps, wir schlagen unser ganzes Holz selbst usw. Früher hatten wir auch Vieh, was sich aber nicht mehr gelohnt hat. Ich kenne aus eigener Erfahrung die Arbeit im Feld oder im Wald, und habe davon nicht nur in Büchern gelesen.

Ganz unabhängig davon: Warum sollte jeder selbstversorgerisch leben? Arbeitsteilung ist eine der großen zivilisatorischen Fortschritte der Menschheit. Eine "Familienlandsitz-Siedlung" würde eben gerade nicht den "Flächenbedarf reduzieren." Vieles kannst du nämlich viel besser im Ausland anbauen, und dort, wo es das beste Land gibt, sind normalerweise auch professionelle Landwirte tätig (und nicht irgendwelche Mini-Selbstversorger).

Es gibt außerdem mehr als genug Flächen auf der Erde, um eine viel größere Weltbevölkerung zu versorgen. Diese Club of Rome-These, nach der wir unsern Energiekonsum etc. einschränken müssten, stimmt also vorne und hinten nicht. Das Problem ist wohl eher, dass wir Regenwälder und andere Ökosysteme zerstören bzw. massiv manipulieren. Um da was zu ändern, braucht es aber keine Selbstversorgung sondern einen Bewusstseinswandel.


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