Ölschwemme auf dem Weltmarkt heißt nicht Geldschwemme in der Oase in Arabien
ich bekomme dies nicht in Einklang mit unseren alten Thesen, oder auch der
ELM-Theorie.
Hallo Centao,
ich musste ein wenig länger über deine Frage nachdenken. Nur einige Beispielzahlen.
Nehmen wir die beiden krassesten Länder: Syrien und Jemen. (Komisch, dass jetzt gerade die ziemlich im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.)
Und die Zahlen sind auch weit zurückliegend
Nettoexporte in Barrel pro Tag laut Wiki:
Syrien
2002: 292.000
2007: 132.000
Jemen:
2002: 326.000
2007: 217.000
Und dann vielleicht noch Ägypten im Detail:
2002 hat Ägypten
751.000 Barrel pro Tag gefördert und
534.000 selbst gebraucht.
217.000 konnten exportiert werden und brachten Geld ins Land und Fladenbrot auf den Tisch.
2007 hat Ägypten
nur noch 710.000 Barrel pro Tag gefördert
aber 651.000 selbst gebraucht.
nur noch 59.000 konnten exportiert werden und brachten wenig Geld ins Land
und auch nur noch wenig Fladenbrot auf den Tisch, aber es saßen viel mehr am Tisch.
Nochmal zu Syrien, nur als Beispiel. Wenn mein hypothetisches Unternehmen
im Jahr 2002
knapp 300.000 Gummienten verkauft hat,
aber 2007 nur noch 130.000,
dann ist mein Unternehmen pleite. Und wenn ich in den paar Jahren auch noch drei Kinder bekommen habe, dann ....
Alles klar
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Flüchtlinge, Ukraine, Assad, IS, was gab sonst noch für Probleme?
Es ist alles zurückzuführen auf den Cash-Flow, und dieser wiederum auf den Öl- und Gas-Flow.
Ölschwemme auf dem Weltmarkt, Fracking usw. ist alles Kokolores. Was zählt, ist das Geld, das in den armen Ländern im Nahen Osten ankommt.
Vor 70 Jahren konnten in der Oase XYZ 150 Leute von Kamelzucht und Kamel-Transportdienstleistungen leben. Dann begann Öl raus- und Geld reinzufließen, und die Oase wuchs an auf 2.000 Personen. Nun reicht der Zufluss nur noch für 1.500 Personen. Das heißt aber nicht, dass 500 verhungern und 1.500 weiter wie bisher leben, sondern, dass 2.000 hungern müssen.