Satire? Vielleicht - vermutlich eher nicht
Hallo re-aktionär!
Die zwei Kerne von @Weiners Aussage stecken meiner Ansicht nach hier: Diejenigen, die Deiner Ansicht nach den Faschismus herbeiführen (wollen), können das nur aus einem einzigen Grund tun: weil die Mehrheit der Bürger inaktiv ist und diese in Deinen Augen faschistischen Handlungen zulässt. Und das, was Du schreibst, lässt sich so interpretieren, dass Du offensichtlich zu dieser Mehrheit gehörst. Deine Äußerung ist mithin, wie auch die von @Friedrich, nur ein Unmutsäußerung, eine leise Klage.
Diese Aussage ist natürlich ein wenig wohlfeil, weil sie die Kritik „unterspült“, nichtsdestoweniger ist sie aber richtig.
Im Prinzip hängen wir alle in diesem Dilemma.
Wir frusten uns hier seit Jahren ab, aber wir tun nicht wirklich etwas, um es zu ändern.
Und warum?
Weil wir meinen zu viel zu verlieren, wenn wir es „wagen“ würden.
Oder gar zum Widerstand aufrufen? Dem kann ich mich nicht anschließen. Widerstand gegen den Staat ist erst dann angebracht, wenn der Staat seinen Bürgern die ordentliche politische Betätigung verwehrt. Dies ist aber aktuell überhaupt nicht der Fall.
Das erscheint mir ein wenig naiv oder auch reichlich verschlagen.
Was heißt hier ordentlich?
Die staatliche politische Korrektheit läßt nur Entwicklungen zu, die dem allumfassend gültigen Besatzerstatus nicht entgegenstehen.
Sobald sich etwas bewegt – AfD/Pegida – wird die Bewegung „zersetzt“!
Ob dieses Problem schon gründungs-inhärent ist oder die Parasiten später dazu stoßen, läßt sich von außen nicht so einfach beurteilen. Ich meine Indizien für beides zu erkennen.
Der entscheidende Punkt ist, daß es sich unter diesem Status noch ziemlich gut leben läßt, auch wenn die fälligen Rechnungen uns allen irgendwann ins Haus flattern werden.
Wir wissen – oder besser – wir ahnen das und warten ab.
Weil wir tief in uns drin hoffen, daß der Kelch doch noch an uns vorüber zieht.
Der neue Faschismus weiß das, weil er von perfekten Menschenkennern erdacht wurde.
Die Menschen sind lediglich zu bequem, sich politisch zu betätigen. Oder sie kennen die Regeln und Möglichkeiten dafür eben nicht.
Ja und Nein.
Der Bequemlichkeit stimme ich zu aber sie unterschlägt auch die systematische Verabreichung der Tranquilizer durch die neuen Faschisten.
Der beste Beweis dafür ist die permanent wiederkehrende Staatskritik (nicht in diesem Posting) an sich.
Man echauffiert sich ausufernd über die Waffe, aber nicht über den, der sie benutzt.
Und wahrscheinlich dauert es jetzt keine 2 Minuten bis die üblichen Verdächtigen ausschwärmen und gleich wieder ihr Sauer-Bier des 20.000 Jahre alten Sippengemäldes an die Wand projezieren.
Der Hintergrund dieser „geistreichen“ Einwände bedeutet unterm Strich nur eines.
Zieh Dich in die Höhle zurück und lebe wie die Uralt-Vorderen oder akzeptiere, daß die Inanspruchnahme des Fortschritts nur unter Inkaufnahme der Herrschaft der „Weisen“ darstellbar ist.
Der wissenschaftliche Beweis der dahinter stehenden Ökonomie wird dann gleich nachgereicht und in endlosen Details so zerfasert, daß niemand mehr darüber nachdenken möchte.
Durch diese Perspektive, die gebetsmühlenartig serviert wird, betäubt man die Massen, die das "Problem" wenigstens noch als Problem erkennen.
Das ist aber unterm Strich dann die gleiche Alternativlosigkeit, die uns Mutti täglich präsentiert.
Will sagen, die angebliche Alternative ist gar keine, auch wenn sie das ständig von sich behauptet. ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
mfG
nereus