Widerstandsrecht
Was ist schon das Widerstandsrecht - in meinen Betrachtungen nichts weiter als eine Salvatorische Klausel von welcher der gemeine Bürger nur Gebrauch machen wird, würde er sich hinreichend in eine definierte Richtung und mit einem definierten Ziel bewegen.
Wir haben in den letzten Jahren hinreichend Beispiele gesehen, die ein anschauliches Bild abgeben, wann sich in einem Staate etwas bewegt - und warum.
So lange kein essentieller Mangel im Leben eines Einzelnen auftritt, halten die Leute die Füße (bis auf einige "Querulanten") still und die Staatsmacht lässt sich die Zügel nicht so schnell aus den Händen reißen.
Nur wer bereit ist, die politischen und sozialen Gegebenheiten a̶u̶s̶s̶e̶r̶h̶a̶l̶b̶ außerhalb seines Konsum- und Selbstdarstellungshorizonts zu betrachten, schafft es, die Fehler in System und Gesellschaft zu begreifen, aber dann kommen auch sehr schnell die Ängste vor Ächtung der gewagten Meinung, vor Verlust des Jobs usw..
Ein "aufgewachter" Mensch findet durchaus Mitstreiter, welche eine ähnliche Sichtweise kultiviert haben, aber es mangelt an mächtigen Unterstützern und an Möglichkeiten, einen Wechsel zu bewerkstelligen.
Die kritische Masse zur Durchsetzung einer anderen Sichtweise m̶u̶ß̶ muss zu ihrem Gelingen so groß sein, dass die daraus resultierenden Repressalien des noch vorhandenen Systems kleiner sind als die aktuelle Lebenssituation.
Ist dies nicht gegeben - so meine Meinung - wird sich jede Protest- oder Umsturzbewegung jämmerlich im Sande verlaufen, nachdem sie von Politik und Presse in der Luft zerrissen worden ist.
Es macht wenig Sinn, glückliche Sklaven erleuchten zu wollen und ihnen zu zeigen, wie falsch und verderblich all das ist, was geschieht, solange "ihr Leben" offensichtlich funktioniert und sie ihre Ruhe haben.
Unterm Strich haben doch die meisten Revolutionen nach ihrer Vollendung erst einmal eine ganz andere Wendung genommen, als ursprünglich beabsichtigt und oft genug war dies verheerend.
G̶r̶u̶s̶s̶ Gruß, Fairlane