Was macht eigentlich Christoph Hörstel gerade?

Bernadette_Lauert, Dienstag, 12.05.2015, 13:48 (vor 3899 Tagen)9485 Views

Er befindet sich auf einem Rettungsschiff in Richtung Jemen namens “Iran Shahed” – “Iranischer Augenzeuge” mit Hilfsgütern.
1200 Tonnen Reis, 700 Tonnen Mehl, 400 Tonnen Dosennahrung, 100 Tonnen Zelte & Decken, 60 Tonnen medizinische Hilfsgüter, 50 Tonnen Wasser. Dazu 18-20 Mann Besatzung, 40-50 Passagiere, darunter eine größere Gruppe Ärzte, darunter eine Reihe Chirurgen unterschiedlicher Spezialisierungen, etwa 6-8 Journalisten oder Berichterstatter, davon zwei US-Amerikaner, ein Franzose und Hörstel.
Begleitet wird das Schiff von einer iranischen Fregatte, die gestern von Präsident Rouhani einen öffentlichen Auftrag erhielt: "Jeder Angriff auf unseren “Augenzeugen” werde als Angriff auf den Iran betrachtet."

Hörstel meldete sich gestern von dem Frachter in einem 9:45m-Interview via Satellitentelefon: https://www.youtube.com/watch?v=x393iXGNHx0

Er berichtet davon, wie abseits der Aufmerksamkeitsspanne der Weltöffentlichkeit der Jemen vom Saudi-USA-Bündnis in die Mangel genommen wird. Versuche früher Hilfslieferungen wurden vereitelt. So scheiterte ein Versuch die Hilfsgüter in das Land einzufliegen am 24. April. Die Landung auf dem Flughafen in Sanaa wurde kurzerhand durch saudische Kampfflugzeuge verhindert, welche die Landbahn bombardierten und dabei auch massive Schäden in Kauf nahmen. Die Lieferung der Hilfsgüter war auf diesem Wege nicht mehr möglich.

Während wir hier in unsere Sessel furzen, steht Hörstel gerade auf dem Schiff “Iranischer Augenzeuge” vor folgendem Problem: Die entscheidenden Stunden werden die der Hafenanfahrt Hudaide sein, wenn klar wird, was sich die Saudis und ihre US-amerikanischen Feuerleitkräfte ausgedacht haben, um die Rettung zu behindern oder scheitern zu lassen. Abdrängen, Hafenblockade, Verminen, Nah-Abwürfe von Wasserbomben - alles ist möglich.

Von Claus Kleber erwarte ich nicht, gut informiert zu werden.
Von Christoph Hörstel, der auch mal in leitender Position im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, aber zu ehrlich für den Laden war, erhoffe ich mir Infos aus erster Hand.

Schön, dass Christoph Hörstel diesen Job macht.

Weil er sich auskennt und viele Vor-Ort-Kontakte hat (deswegen in der Vergangenheit auch als Bundeswehr-Lehrbeauftragter eingesetzt wurde), nehme ich seine Einschätzungen gerne zur Kenntnis. Auf dem Hilfsfrachter gibt er sich wütend, wegen der vereitelten Hilfslieferungen in den Jemen:
"Gäbe es Recht und Ordnung in dieser Welt, müssten die USA achtkantig aus der Nato fliegen, der UN-Sicherheitsrat scharfe Sanktionen gegen die USA verhängen – und die US-Botschafter zusammen mit ihren saudischen Kollegen müssten alle eine Sonderration Schuhsohlen bekommen, wegen der häufigen Zitierungen durch die weltweiten Außenministerien: Zur Übergabe eisigen Protests. Washington fühlt sich offenbar sauwohl in seiner Rolle als Schurkenstaatsverwaltung. Das sollte die weltweite Völkergemeinschaft dringend beenden. Wenn Verbrechen sich derart lohnen, steht die Welt vor fürchterlichen Explosionen."

Ein Top-Kommentar eines Top-Journalisten. Wäre er nicht hochkant aus dem deutschen Staats-TV geflogen, wäre das Problem "Lügenpresse" ein Stück kleiner...

So sehe ich das zumindest...
Gruß, Bernadette


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