Zweimarkfünfzig zahlen Sie... und dafür willst Du der Konzernoligarchie die Herrschaft in den Anus stecken?
Das Problem liegt darin, dass es vielen international tätigen Unternehmen gelingt, Lücken im Steuersystem zu nutzen, um einen Großteil ihrer Gewinne in Ländern auszuweisen, die diese Gewinne niedrig oder gar nicht besteuern.
Es mag Ausnahmen geben, aber gehe einfach mal davon aus, dass die Firmen, die Du als erstes mit dem Begriff "Konzern" assoziierst etwa 2 bis 3 Prozent Steuern zahlen.
Eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen dokumentiert, dass multinationale Unternehmen vergleichsweise kaum Steuern zahlen. Beispielsweise werden Aktivitäten in Hochsteuerländern stärker mit Krediten als mit Eigenkapital finanziert, weil Zinsen meistens abzugsfähig sind, die Entlohnung des Eigenkapitals in Form von Gewinnausschüttungen hingegen nicht.
Lieferungen zwischen Unternehmen, die zu einem Konzern gehören, werden so bewertet, dass Gewinne eher in Ländern mit niedrigeren Steuersätzen verbucht werden.
Unternehmen steigern ihre Investitionen in Ländern, die ihre Steuern senken, und bauen Aktivitäten dort ab, wo Steuern erhöht werden.
Mit einem Heer an Steuerberatern lässt sich das auf die Spitze treiben, so dass kaum noch Steuerlast übrig bleibt.
Was folgt daraus: Die Belastung für Mittelständler ohne internationale Geldverschiebungsmöglichkeiten und für Bürger ist daher umso höher.
Aber selbst wenn Konzerne nicht so agieren würden (Luxleacks ist auch vollkommen an Dir vorbeigegangen, oder?) ist das doch kein Grund für private Schiedsgerichte bei denen internationale Konzerne auf entgangene Gewinne klagen können, wenn ihnen irgendein Gesetz nicht passt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Fiktives Beispiel: Stell Dir vor, ein Gesetz ist nötig, um das Bienensterben zu verhindern. Monzanto würde dadurch aber Gewinn entgehen. Dieser entgangene Gewinn muss laut Investorenschutzabkommen ersetzt werden. Dieses Recht werden Schiedsgerichte in Washington durchdrücken, bei denen Konzernanwälte rotierend einmal als Kläger und dann wieder als Richter auftreten.
Mach die Augen auf!!! Und schau nach Mexiko. Die bereuen ihr "Freihandelsabkommen" mit den USA zu tiefst.
De facto sollen US-Konzerne Mitspracherecht in der Gesetzgebung bekommen. Diesmal ganz offiziell.
Das legitimiert sich in Deiner Logik dadurch, dass die 2 bis 3 Prozent Steuern zahlen, während die auch von ihnen genutzte Infrastruktur und die Bildung der Mitarbeiter mal schön die Mittelständler und Bürger zahlen sollen.
Häh? Jemand zuhause?
Gruß, Bernadette
P.S. Alle Welt weiß, dass es da ein Steuerproblem mit Konzernen gibt. Frag im Kindergarten nach, die kennen die Thematik. Und Du behauptest einfach mal so locker-flockig: "Sie [die Konzerne] sind sogar fast die Einzigen, die netto Steuern zahlen."
Was ist los mit Dir? Welche Pseudo-VWL von welchem Think-Tank soll das bitte belegen? Da tun sich Abgründe auf, wenn ich so maximalfalsche Behauptungen lesen muss.