Wir leben doch bereits in der besten aller Wirtschaftswelten?!
Guten Tag,
über Konzentrationsprozesse, Oligarchen und der Schere zwischen Arm und Reich wurde ich bereits vor Jahren durch die Lügenpresse informiert. Dass die Wirtschaftsbosse dem Staat immer zwei Nasenlängen voraus sind, haben bereits die Fugger vorgemacht. Und Partikularinteressen zu verfolgen erscheint mir weniger als ein spezielles Merkmal der Wirtschaftsoligarchen sondern vielmehr als grundlegendes Wesensmerkmal der Demokratie.
Von der modernen Idee, dass wir den Konzentrationsprozess als Ergebnis einer großen Plans verstehen können, der von dunklen Hintermännern in Logen und Geheimbünden geschmiedet wurde und der womöglich seit den Tempelrittern oder gar seit der Erfindung der Götter zielgerichtet verfolgt wird, halte ich nichts. Ich kann aber verstehen, dass die Idee hilfreich ist, wenn man meint, dass wir uns aus der Miesere herauswinden, indem wir uns über den Plan der dunklen Hintermännern möglichst gut informieren und, als zweifelsfrei(?) gute Menschen, dem bösen Plan der bösen Menschen einen guten Plan entgegen stellen.
Aber Schwamm drüber. Klären wir lieber was Konkretes:
Der Wirtschaft ginge es besser, wenn die Unternehmen kleinteiliger
strukturiert wären. Es ist der deutsche Mittelstand in Unternehmerbesitz,
aufgrund dem es Deutschland gut geht.
Du behauptest zwar, dass du hier nicht die perfekte Utopie für eine optimal laufende Wirtschaft und Gesellschaft präsentieren kannst, weißt aber offenbar, wie es der Wirtschaft besser ginge.
Im VW-Stammwerk in Wolfsburg laufen auf 6 Quadratkilometern straff zentralistisch durchorganisierter Produktionsfläche pro Sekunde mindestens 1,5 Autos vom Band, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 52 Wochen pro Jahr. Als VW-Vorstandsoligarch würde es mich nun natürlich brennend interessieren, wie es kleinteiliger strukturiert besser ginge und was du unter besser verstehst – mehr Umsatz, mehr Output, mehr Marktanteil, mehr Gewinn?
70% der Wortschöpfung in der Automobilindustrie erfolgt laut VDA übrigens bei Zulieferern und ein großer Teil davon beim sogenannten Mittelstand, den ich damit zu einem nicht unerheblichen Anteil als abhängigen Wurmfortsatz der Konzerne verstehe.
Mit freundlichen Grüßen
Schneider