Correctiv zu dem von Dir beschriebenen Phänomen...
Die EU-Kommission hat Anfang des Jahres neun englische Verhandlungstexte
ins Internet gestellt. Diese Texte sind vom 7.Jan bis zum 8.April
durchschnittlich 2.300 Mal angeklickt worden.1,7 Mio Leute hätten das Bürgerbegehren gegen TTIP im letzten halben
Jahr unterzeichnet.Zuviel Wissen schadet nur dem Enthusiasmus.
Correktiv erklärt das von Dir beschriebene Phänomen recht einleuchtend:
"Zwar hat die EU mittlerweile einige Unterlagen veröffentlicht und wundert sich, dass sie kaum gelesen werden. Sie zählte gerade mal 2300 Downloads am Tag [Anmerkung B.La.: von Dir weggelassen] für die englischen Papiere. Aber wenn man genau hinsieht, ist das kaum erstaunlich. Auf der EU-Website sind kaum spannende Dokumente. Hauptsächlich Infozettel, in denen allgemein beschrieben wird, welche Ziele die EU in den einzelnen Bereichen verfolgt. Zwar veröffentlicht die EU ab und an, wenn sie es für richtig hält, mehr Details – aber richtig viel ist das nicht. Die geringen Downloadzahlen sind kein Argument für ein geringes Interesse, sondern nur für die Oberflächlichkeit der Informationen." (Quelle)
Mit den ausgewählten Marketing-Broschüren, die Transparenz simulieren, lässt sich kein Vertrauen herstellen. Eine kritische Auseinandersetzung, Gegenreden, Einwände, Kritikpunkte, Stand der Diskussion etc. finden sich in dem EU-eigenen TTIP-Marketingpool nicht.
Stichworte:
Mit Schlangenöl poliertes Konzernförderungsabkommen namens TTIP
Experten, die sich einen Status als gute (=nicht-gekaufte) Quelle erarbeitet haben und denen ich daher tendenziell eine aufrechte Einschätzung zutraue, schlagen in genau diese Kerbe. Beispielsweise Mr. Dax:
Dirk Müller spricht Tacheles // TTIP = Ende der Demokratie
Correctiv, die oben zitiert sind, versuchen, die Black Box "TTIP-Verhandlung" aufzuarbeiten -> https://correctiv.org/recherchen/ttip/dokumente/
Sollte sich herausstellen, dass TTIP super ist, dann denke ich gerne um.
Aber dafür gab es bisher kein solides Argument und keine solide Studie, die dafür spricht.
Alles deutet darauf hin, dass genau das Gegenteil ist der Fall ist. TTIP ist saugefährlich für den Bürger, denn:
TTIP führt zur Konzernherrschaft. Zuletzt ist durchgesickert:
"Ein Geheimpapier zum Handelsabkommen TTIP sorgt für Ärger: Ein Frühwarnsystem für Gesetze und Standards der Gegenseite soll ermöglichen, Bedenken zu äußern. Die Amerikaner wollten noch mehr." Schreibt sogar die FAZ. (Quelle)
Die DWN bringen es besser auf den Punkt:
TTIP-Geheimplan: Konzerne erhalten Mitwirkung bei nationaler Gesetzgebung
(Quelle)
Auf dem Weg: Eine Princeton-Studie (die Uni kennt man vom Namen her, oder?) hat ergeben, dass die USA keine Demokratie mehr sind:
"Eine aktuelle Studie der Universität Princeton kommt zu einem verblüffenden Ergebnis: Die USA sind keine Demokratie mehr, weil politische Entscheidungen nicht mehr den Wünschen der Bürger, sondern den Interessen einer kleinen Wirtschafts-Elite dienen. Die Erkenntnisse sind auch in außenpolitischer Hinsicht wichtig: Wenn Konflikte – wie jener gegen Russland – eskalieren, geht es der US-Regierung nicht um die Interessen des amerikanischen Volkes, sondern um knallharte kommerzielle Erwägungen." ((Quelle).
Nach allem, was ich von TTIP bisher weiß, gehen wir dadurch auch in diese Richtung. In Richtung Konzernherrschaft.
Wie ist denn Deine Position?
Ist TTIP super und warum?
Ich hatte das schon einmal hier gefragt: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=352158
Gruß, Bernadette