Ich bin immer noch an einer sachlichen Diskussion über TTIP interessiert. Aber ohne "mutatio controversiae"
Ich frage also, wie es mit der besseren, kleinteilig strukturierten
Wirtschaft ganz konkret im Hinblick auf unserer Autoindustrie und VW
verhält und bekomme als konkrete Antwort den Hinweis, dass es sich dabei
entweder um ein Missverständnis oder Rabulistik meinerseits handelt und
ich dir unterstelle, dass du VW abschaffen willst?!
In diesem Thread würde ich gerne über TTIP sprechen, und nicht über andere Themen wie ob es den VW-Konzern geben sollte oder lieber kleinteiligere Autobauer. Von Rabulistik spreche ich, weil ich mich mit Aussagenlogik und Diskursen auskenne und hier ein kleines Lämpchen aufblinkte, mit dem Hinweis: mutatio controversiae (Veränderung der Streitfrage). Ich versuche nur stringent Erkenntnisprozesse durch redlich geführte Debatten voranzutreiben. Wenn es um TTIP geht, ist mir das sehr wichtig. Plauschen können wir gerne in anderen Threads.
Ich durfte vor 2 Jahren die Produktionsverhältnisse bei VW in Wolfsburg
live und in farbe ausgiebig betrachten und war damals schon von A bis Z
vollkommen entsetzt, wie dort die Lebenswirklichkeit gesteuert wird, bzw.
Lebenswirklichkeit eigentlich gar nicht mehr vorhanden ist. Ich habe mir
aber nichts anmerken lassen.
Die sollen ja jetzt bunte Schraubenzieher am Fließband bekommen, hat die Gewerkschaft durchgedrückt. Danke für den Bericht. Um TTIP geht´s da aber nicht.
Aus diesem Eindruck heraus, der mich als übersensibeles Weichei damals in
Wolfsburg übermannte, kann mich die Studie der ETH Zürich nun leider
nicht mehr groß erschüttern und beim Thema TTIP sehe ich kein
Kernproblem, sondern nur eine weiterführende Marginalie.
Das Kernproblem ist, dass TTIP ein weiterer Meilenstein zum Ende der Demokratie und hin zur Konzernoligarchie ist. Siehe Princeton-Studie und den Vortrag auf dem CCC. Ich empfehle wirklich, diese Aspekte zu studieren. Das ist alles andere als eine Marginalie, wenn Konzerne vor Privatgerichten bei angeblichen Handelshemmnissen entgangene Gewinne einklagen können. Vielmehr ist das der vertragsgewordene Wahnsinn, der den Rechtsstaat ad absurdum führt. Mindestlohn erhöhen? Arbeitsverhältnisse bei VW und anderen verbessern? Bienensterbenverhindern durch bestimmte neue Regelungen? All das kann als Handelshemmnis gelten und den Steuerzahler Milliarden kosten. Darum geht es. Bitte auch Dirk Müller anhören. Das sind unbestreitbare FAKTEN!!
...freilich können Autos nicht von Mittelständlern gebaut werden.
Können schon. Das Autochen und die dazugehörigen Produktionsprozesse,
die beim einem mittelständischen Autobauer vermutlich mehr auf
Leidenschaft und Handarbeit beruhen als auf Prozessoptimierung, kann sich
aber leider nur der böse Oligarch leisten. Die popligen Stückzahlen
können auch nicht unseren Vorstellungen von Mobilität genügen, die die
Illuminatis der Gesellschaft in betrügerischer Absicht(?) eingeimpft
haben. Mobilität ist ja quasi ein Menschenrecht.
Wie schon angedeutet. Das ist doch nicht unser Thema TTIP oder? Ich würde ungern dieses wichtige Thema zugunsten einer Debatte verlassen, darüber, ob auch Mittelständler Autos bauen können. Is nicht so mein Thema.
Bitte sauber beim Thema bleiben.
Nun ja, es hängt halt Alles mit Allem zusammen und du hast mir erlaubt,
einfach was Bestimmtes zu fragen und ich bekomme dann eine konkrete
Antwort.
Wenn es darum geht, ob TTIP ein mit Schlangenöl poliertes Konzernförderungsabkommen ist, welches in gewisser Weise das Ende der Demokratie bedeutet, ist die Frage, ob auch mittelständler Autos bauen können nicht sooo wichtig. Denn dass es solche Konzerne geben muss, steht doch nicht zur Debatte.
Da mich aber, wie ausgeführt, das Thema TTIP nicht großartig aus dem
Häuschen bringt, lasse ich es bei diesem kleinen „Diskussion-Ausflug“
bewenden.
Ich denke mit den weiterführenden Informationen hättest Du die Möglichkeit die Gefahr durch TTIP zu erkennen. Sorry, wenn ich so arrogant klinge. Aber mein Argumentarium wäre noch lange nicht ausgereizt und ich bin enttäuscht, dass wir nicht ins Detail gehen, sondern immer wieder über kleinteilige Wirtschaft und VW sprachen.
Ich bin immer noch an einer sachlichen Diskussion an TTIP interessiert. Dann sollten wir aber langsam mal damit anfangen beispielsweise über Zweck, Bedeutung und Gefahren der Schiedsgerichte zu sprechen, bei denen internationale Konzerne (keine Mittelständler) einklagen können, wenn ihnen durch "Handelshemmnisse" Gewinne entgangen sind.
Mit freundlichen Grüßen
Schneider
Gruß, Bernadette