Komplexität und Kultur
1. Welcher Komplexitätsgrad ist optimal?
5. Welchen Grad an Komplexität empfindet ihr als angenehm, welchen nicht
mehr?
Jeder Mensch hat seine persönlichen Präferenzen: Intelligente Menschen lieben komplexe Systeme (man denke nur an künstlich komplexe Simulationsspiele), weniger intelligente Menschen lieben einfache Systeme.
Beispielsweise haben wir (Europäer) ein komplexes Justizsystem mit mehreren Berufungs- und Revisionsinstanzen, wo (tendenziell!!!) die intelligentesten Menschen in den höchsten Gerichten sitzen. In anderen, weniger entwickelten Kulturen setzt man auf Blutrache oder Lynchjustiz als einfaches Justizsystem.
2. Ist es sinnvoll, den handhabbaren Komplexitätsgrad tendenziellen zu
erhöhen? Oder sollte man Komplexität grundsätzlich minimal halten?
6. Geht unsere Gesellschaft (ihre Mitglieder) an zu großer Komplexität
zu Grunde, führt diese prinzipiell zu Entfremdung? Mit anderen Worten:
Macht euch Komplexität haltlos, heimatlos in der Gesellschaft?
Grundsätzlich neigt jede hochentwickelte Gesellschaft zu steigender Komplexität. Ständig werden neue Regeln entworfen - entweder als bindende Vorschrift ("muss") oder als Empfehlung ("soll").
Gelegentlich kommt es im Zuge einer Revolution zu einer radikalen Vereinfachung:
vorher gab es Adel und Privilegien -> hinterher sind alle Menschen gleich -> dann wird eine neue informelle Hierarchie aufgebaut
3. Sind Transparenz und Komplexität Antagonisten oder notwendigerweise
komplementär?
Zugang zu (Geheim-)Wissen kann als Belohnung in einem komplexen System eingesetzt werden. Transparente Systeme sind jedoch leichter handhabbar. Beispielsweise sind Gerichtsurteile öffentlich zugänglich, manche Gerichtsakten jedoch nur für Rechtsanwälte.
4. Ist der aktuell in der Organisationstheorie gehypte Ansatz des
»Komplexitätsmanagenents« grundsätzlich nützlich oder falsch?
Dient wohl zum Geld sparen?
Selbst der einfache Döner ist eine komplexe Zusammenstellung verschiedener Zutaten (mit / ohne diese und jene Soße) und dem deutschen Erbseneintopf der 1940er Jahre an Komplexität weit überlegen.
McDonalds ist ein Beispiel für radikale Vereinfachung im Sinne des Komplexitätsmanagements.