Antwort
Hallo Dragonfly,
danke für die Antwort.
1. Welcher Komplexitätsgrad ist optimal?
Der minimalst moegliche umd das Problem zu loesen.
Dann stellt sich natürlich sofort die Frage, wie man diesen bestimmt und wie viel Aufwand diese Bestimmung kosten darf.
2. Ist es sinnvoll, den handhabbaren Komplexitätsgrad tendenziellen zu
erhöhen?
Nein!
Ich denke doch, denn wir leben in einer Welt mit immer mehr Menschen und zunehmend begrenzten Ressourcen, deswegen gilt interdependete Systeme auch als solche zu verstehen und zu nutzen. Ein Beispiel dazu:
Hochwasser -> Eindeichung der Flüsse -> Wasser fließt schneller-> Hochwasserscheitel dadurch erhöht -> Aufwand Erhaltung der Deiche zunehmend
Alternative:
Geoinformationssystem (Satellitenaufnahmen -> Karten- und Modellerstellung -> Einrichtung der sinnvollsten (ökologisch und ökonomisch) Retentionsflächen -> Koordination des Hochwassermanagements über alle Anlieger -> Schadens- und Kostenminimierung - aber Aufwandserhöhung
Oder sollte man Komplexität grundsätzlich minimal halten?
Ja!
Dann wäre ein Großteil der kulturellen und wirtschaftlichen Leistungen nicht mehr erbringbar. Weltbevölkerung müsste drastisch reduziert werden, allg. Lebenserwartung würde sinken. Kaum oder nicht friedlich zu erreichen.
Tendenziell gebe ich Dir jedoch Recht. Wir haben uns ein überkomplexes System geschaffen und leiden nicht nur darunter, sondern werden daran eingehen.
3. Sind Transparenz und Komplexität Antagonisten oder notwendigerweise
komplementär?
Antagonisten.
OK, sehe ich auch so
4. Ist der aktuell in der Organisationstheorie gehypte Ansatz des
»Komplexitätsmanagenents« grundsätzlich nützlich oder falsch?
Weiss ich nicht. Hoert sich aber nach Hype an.
5. Welchen Grad an Komplexität empfindet ihr als angenehm, welchen
nicht
mehr?
Das ist eigentlich eine schwierige Frage. Eigentlich den minimalst
Moeglichen. Einserseits will ich ein Tuerschloss mit Schluessel und keine
Tuer, die ich nur mit meinem Handy oeffnen kann.
Ich möchte ein Leben ganz ohne Schlüssel wenn ich es mir wünschen darf, und natürlich nicht als Insasse einer Einrichtung.
Du verstehst wahrscheinlich, was ich meine. Das Konzept der Eigentums zieht etliche »Komplexitätskontrukte« nach sich, auch Türschlösser und Schlüssel.
Wo ist der Optimalpunkt? Derjenige, der für die Mehrheit der Gesellschaft wirkt.
Andererseits hasse ich
Kontrolle auf meinem Computer und Handy. Also Linux und Android (Cyanogen)
statt iOS und Windows. Hier waehle ich das komplexere System. Man koennte
aber fragen, ob meine IT "Probleme" uerberhaupt mit Windows sinnvoll zu
loesen sind.
6. Geht unsere Gesellschaft (ihre Mitglieder) an zu großer
Komplexität
zu Grunde, führt diese prinzipiell zu Entfremdung? Mit anderen Worten:
Macht euch Komplexität haltlos, heimatlos in der Gesellschaft?
Jeder Gesellschaft geht an Komplexitaet zu Grunde.
http://en.wikipedia.org/wiki/Joseph_Tainter
Wieder Frage nach dem Optimum ...
7. Wie reduziert ihr in eurem Alltag Komplexität?
Gute Frage. Muss ich darueber nachdenken.
Auf die Antwort bin ich gespannt ...
Ich schliesse mit Leibnitz:
"A complex equation describing complex data isn't a law since it does not
possess simplicity"
Danke
--
"Journalism is printing what someone else does not want printed. Everything else is public relations." - George Orwell
Arvid