Alternativen
Hi,
deine Entschuldigung spricht für sich. Das hat eine Größe, die dich
ehrt - und die Vorbild sein könnte für manch andere.
Danke, ist aber selbstverständlich.
Deine Argumentation "Ansichten haben Folgen" ist und bleibt allerdings -
entschuldige vorweg - gemein und gefährlich. Sie ist die Logik der
modernen Unterdrückungsmaschinerie, wie sie im Genderismus und andernorts
propagiert wird: Mich kränkt deine Meinung (wahlweise geht auch: empört,
tut weh, erlebe es als Angriff, betrachte es als Entwertung etc.) und
deshalb darfst du das nicht sagen (wahlweise: denken, tun).
Da hast Du mißverstanden, was ich damit gemeint habe. Dem, was Du sagst zum "Krieg der political correctness", stimme ich zu. Ich habe aber gemeint: resignieren nützt den Herrschenden, und es schwächt die Leidensgenossen.
Als Beispiel nimm z.B. einfach einen Streikbrecher. Wenn es Interessenkonflikte zwischen Gruppen gibt, ist das einfach so, daß es keine "unschuldige" und "neutrale" Position gibt, wenn man einer dieser Gruppen angehört.
Allerdings bringt es nichts, Streikbrecher auszugrenzen. Wie Du sagst, macht man damit ja gerade das "divide et impera" mit - auch DAS ist im Interesse der Herrschenden. Da geb ich Dir völlig recht.
Viel besser ist es, ihnen eine auch für sie sinnvolle bessere Perspektive und Alternative anzubieten. Das hab ich im Folgeposting dann ja auch versucht.
Dabei ist schon die Idee, in einem alles umfassenden System (Debitismus)
etwas gegen das System tun zu können, so realistisch wie die Abschaffung
des Winters. Du kannst höchstens die Protagonisten austauschen.
Das System ist veränderbar, und die Leugnung dieser Möglichkeit ist Teil der herrschenden Ideologie und nützt den Herrschenden, weil die Suche nach Alternativen abgeblockt wird.
Das hab ich für den hier oft geglaubten "debitismus" oft so dargelegt. Alternative z.B. hier oder hier.
Und was die angebliche Instabilität der USA angeht - nun, mag sein oder
nicht. Aber wozu engagieren? Da ist diese leidige Nachfolgerfrage. Was sind
denn die Alternativen? Russland (Gulag, Ungarn, Tschechoslowakei z.B.),
China (Arbeitslager, Massenhunger, Kulturrevolution), Japan
(Menschenversuche mit 100.000enden Toten), Deutschland (Holocaust),
Islamisierung, Rechristianisierung (Kreuzzüge)? Wir mit den Russen?
Meine Gedanken dazu: siehe die beiden Links oben. Im ersten Link speziell auch zum "debitismus" (bancor - ebenfalls vergessen und verdrängt, auch und speziell von den "debitisten", die ihn eigentlich kennen müßten). Daß die USA die einzige unangefochtene Weltmacht seien, wird ja vor allem von US-Strategen verlautbart.
Es gibt auch viele, die das ganz anders sehen, ich gebe Dir nur EIN Beispiel: Peter Temin und David Vines mit ihrem Buch "The Leaderless Economy" (das eine Wirtschaftsgeschichte und -Analyse von 1929 bis 2012 in Verbindung mit einer Analyse des Wandels der Hegemonialstruktur enthält).
Der Schlüssel liegt wirklich darin, wie Europa seine Krise in den Griff bekommt, und die Blockaden sind da in den Köpfen. Einerseits noch Betonköpfe oben und Resignation unten, andererseits gärt es in vielen Köpfen zunehmend, und es herrscht Orientierungslosigkeit.
Aber es tun sich auch neue Perspektiven auf, und die muß man jetzt eben konsequent verfolgen und zu einer Strategie weiterentwickeln.