Der schräge Kosmos von Zara
Jenes, das ich gerade im Vorbeitrag beschrieben habe: Eine Gemeinschaft
kann weitgehend selbstbestimmt leben; ein Individuum kann es nicht.
Es gibt nur Gemeinschaften mit weitgehender Selbstbestimmung, aber keine
Individuen.
So war auch das weisheitsvolle Verhalten der natürlichen Gemeinschaften
erklärbar. Als Gesellschafter befindet sich der Mensch halt in einer
evolutionären Sackgasse. Die Evolution hat schon manches ausprobiert, was
nicht funktioniert hat.
Das genau ist das Problem mit deiner Weltsicht. In deiner Welt gibt es keine Individuen,
sondern nur Schwärme.
Nun kann man jedoch erkennen, dass ein Individuum viel größere Entwicklungspotenziale
hat als die Gemeinschaft. Das liegt in der Natur der Sache. Für jede Erkenntnis braucht
eine Gemeinschaft viel mehr Zeit als ein Individuum. Evolutionär betrachtet steht das
Individuum über der Gemeinschaft oder dem Schwarmorganismus. Das betrifft in erster
Linie seine Erkenntnisfähigkeit. Es betrifft aber auch den Willen. Wenn du Nietzsche
gelesen und verstanden hättest, dann wüstest du, dass sein Übermensch lediglich das
Potenzial des Individuums beschreibt und Nietzsche dort die Möglichkeit zur Evolution
sieht. Er ist auch nicht der Einzige, der dieses erkannt hat. Praktisch alle Lehren zum
spirituellen Wachstum des Menschen beginnen mit der Erkenntnis, dass ein Mensch
in erster Linie ein Individuum ist, das sich entwickeln kann.
Es gibt Prediger, die genau diese Lehre unter die Menschen bringen. Wie z.B. Nietzsche.
Es ist eine Anregung und Aufforderung. Dem Individuum sein evolutionäres Potenzial
abzusprechen ist ziemlich schräg und man muss sich fragen, weshalb sich jemand
dafür so in die Seile hängt.
Gruß
nemo