Mensch oder Herdentier
Ein Herdentier wird immer (mit-) bestimmt von der Gemeinschaft oder Gesellschaft, ohne die es gar nicht leben kann. Wir sind
keine Luchse und keine Igel.
Eine Gemeinschaft verfügt noch eher über ein Selbst und Selbstbestimmung
als ein Individuum.
Eine Gemeinschaft kann grundsätzlich weitgehend selbstbestimmt, in
Unabhängikeit von anderen Gemeinschaften leben. Ein Individuum kann es
nicht.
Der Mensch ist kein Herdentier. Jedenfalls ist er zum selbstbestimmten Individuum veranlagt. Dass er auch ein Gemeinschaftswesen ist und ohne die Gemeinschaft mit anderen Menschen nicht leben kann, steht dazu nicht im Widerspruch.
Welches "Selbst" soll eine Gemeinschaft haben, das "sich" bestimmen könnte? Es gibt nur einzelne Individuen mit einem Selbst. Wenn diese einem Gruppeninstinkt oder -zwang folgen, dann muss es ein geistiges Wesen sein, das ihre Seelen von sich besessen macht und ihnen seinen Willen unbewusst eingibt. Das hat es gegeben und gibt es auch immer wieder. Aber das ist eben ein Rückfall in die Tierheit, wo alle einzelnen Löwen z. B. durch eine gemeinsame höhere Gruppenseele durch den Instinkt gelenkt werden. Nur so ist das - oft sehr weisheitsvolle - Verhalten der Tiere erklärbar.
Dem wird man natürlich nicht folgen und es für Unsinn erklären, wenn man das eigene Bewusstsein selbst materialistisch eingeschränkt hat.