Die Deutungshoheit nicht den Rechten überlassen
"Uns zur Problemlage so explizit zu äußern, fällt uns schwer, da wir
nicht in die rassistische Kerbe von AfD und CDU/CSU schlagen wollen. Die
Situation ist jedoch derart angespannt und belastend für viele Betroffene
und auch für die Betreiber_innen des Conne Islands, dass ein verbales
Umschiffen des Sachverhalts nicht mehr zweckdienlich scheint. Wir halten
eine Thematisierung der Problematik innerhalb der Linken für längst
überfällig und wollen dem Rechtspopulismus nicht die Deutungshoheit in
dieser Debatte überlassen. Mehrere Anläufe einer öffentlichen
Auseinandersetzung zur Situation in Kooperation mit anderen Clubs wie dem
Institut für Zukunft (IfZ) schlugen fehl, da es den meisten
Veranstalter_innen ähnlich schwer fällt sich zu artikulieren, ohne dabei
in den rassistischen Tenor einzustimmen."
...Das wird nicht funktionieren, eben weil der Linken dieses "Artikulieren" ohne "in den rassistischen Tenor einzustimmen" so schwer fällt. Sie stolpern jetzt über all die semantischen Steine, die sie mehr als 30 Jahre lang der Bevölkerung in den Weg gelegt haben, um eine vernünftige Diskussion zu unterbinden. Sie fallen in die Grube, die sie selbst gegraben haben und da kommen sie nie wieder raus. Und selbst wenn: Je mehr sich ihr Sprachduktus einer nüchternen Bestandsaufnahme und rationalen Analyse nähert, desto "rechter" werden sie nach ihren eigenen Maßstäben und desto kleiner wird ihr Unterschied zur Sprache der Rechten. Das macht sie unglaubwürdig und damit erst recht obsolet. Niemand geht zum Schmiedl, wenn er gleich zum Schmied gehen kann. Zukunft hätte die Linke nur mit Leuten wie Wagenknecht, die trotz sozialistischer Träumereien gesellschaftspolitisch eine Realistin geblieben ist. Aber solche Leute sind ja selbst der eigenen Partei ein Dorn im Auge.
Beste Grüße
Phoenix5