Ja, denn Eigentum verpflichtet

Schweizerkäse, Sonntag, 14.08.2016, 11:53 (vor 3482 Tagen) @ Falkenauge3340 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 14.08.2016, 12:09

Hallo Falkenauge,

Wenn ich viel Geld hätte und wüsste nicht, wohin damit, würde ich es
vermutlich auch in Immobilien anlegen.

Bei max. 2% realer Brutto-Mietrendite, nach Abzug von Instandhaltungskosten und vor Steuern.
Es gibt dann auf den Wert der Immobilie noch den "Inflationsausgleich" und darum ist das auch gar nicht so schlecht, für größere Vermögen.

Aber für Geldbeträge bis 1-2 Mio. gibt es deutlich lukrativere Investitionen.

Wir reden hier von den guten Objekten, in guten Lagen.

Es kann sein, dass die von Dir vermuteten "Mietpreiswucherer" in Gelsenkirchen, mit rumänischen Zigeunerfamilien höhere Renditen erreichen, aber Standard ist das sicher nicht.

Gelegenheit mal wieder darüber nachdenken, welche negativen sozialen
Auswirkungen das Eigentum an Grund und Boden im Allgemeinen hat.

Kehren wir diesen Satz einmal um: Welche positiven Auswirkungen hätte kein Eigentum an Grund und Boden? Wie/wo sollen die Menschen leben? In Kommunalwohnungen, nach dem Vorbild des sozialistischen Wohnungsbaus?

Darf man noch Eigenheimbesitzer werden und falls ja, bitte wie?

Wenn die Masse der "Untätigen" ihre staatlichen Wohnungen einfordert, müssen diese gebaut und vorfinanziert werden. Das heißt, die Gesellschaft verzichtet dann auf Konsum.

Jene, die sich ihre Immobilie privat vom Munde abgespart haben, wären benachteiligt. Andere, die ohnehin einfach nur von der Gemeinschaft leben, bekommen (vielleicht) einen (kleinen) Vorteil.

Fairer wäre es, wenn jeder der Eigenleistungen und Hilfe beim Bau von Immobilien erbringt, steuerlich gefördert würde. Daher die "Schwarzarbeit" muss wieder erlaubt werden und die Mehrwertsteuer für Baumaterial kann gleich auch noch gestrichen werden.

Rechnen wir einmal grob durch, was die Erstellung eines 120qm (Reihen?) Hauses dann noch kosten könnte:

Arbeitsaufwand (reine Zeit) oder 10 €/Std. Bar auf die Hand.
Bei geschätzt 3.000 Stunden sind dies lediglich 30.000 € Arbeitskosten pro Haus.

Materialkosten ca. 400 €/m2 = 48.000 €.

+Grundstück 200-300 €/m2 (Gemeinde sollte Agrarland in Bauland umwandeln und günstige Preise anbieten)

= 150.000 €/Haus.

Tilgungsrate 25 Jahre = 500 €/mtl. +kalk. Zins von max. 5%

Unter 1.000 € im Monat könnte ein solches Haus problemlos bezahlt werden.

Das Problem ist m.E. nicht Eigentum, sondern Nicht-Eigentum und die fehlende Motivation, für Eigentum etwas zu tun, nämlich eigenverantwortlich zu arbeiten.

In Deutschland haben ca. 40 % der Bevölkerung ein Eigenheim, das sie
selbst bewohnen. 60 % der Menschen besitzen kein Grundeigentum, sondern
wohnen zur Miete.

60% der Menschen ziehen es vor, sich ihre Finger nicht schmutzig zu machen.

Das entsprechende Eigentum an diesen Wohnungen und den
dazu gehörigen Grundstücken gehört etwa einem Zehntel der Bevölkerung.

Da gebe ich Dir zum Teil recht, dass Du einen interessanten Umstand aufgedeckt hast.

Mietbauten mit privaten Eigentümern... Entsprechende Korruption (Bahnwohnungen, Telekom-Wohnungen) gab es natürlich... Man hätte die volkseigenen Wohnungen auch einfach den Eigentümern oder interessierten Käufern, zu einem ähnlichen Preis, anbieten können wie der Paketpreis für den Investor.

Doch diese privat/staatlichen Klüngeleien gab es vorwiegend genau deshalb, weil Privateigentum ausgehebelt, auf Staatskosten/Gemeinschaftskosten finanziert und wieder in Privateigentum überführt wurden.

Sehr gerne können wir die Schuldigen und Korrupten einmal ausfindig machen und an den Pranger stellen.
Die Bezieher dieser Paket-Mieteinnahmen sind in der Regel keine deutschen Rentiers, sondern Großinvestoren (0,1%), Fonds sowie eine große Zahl entschädigter Naziopfer.

Wenn Du schon einmal eine einzelne Wohnung (auch abbezahlt) besessen und vermietet hättest, dann wüsstest Du, wie schwer die Nettogewinnerzielung damit ist.

Es sind auch keine arbeitslosen Einkommen, weil derjenige der die Wohnung gekauft hat (ich zumindest) davor mehr dafür gearbeitet hat, was ich dann später weniger arbeiten muss. Also eine Vorleistung!

Nach Deiner These ist jegliche Vorleistung falsch und führt zu Ungleichverteilung, weil die Nichtleistenden stehen bleiben. Stimmt das so etwa?

Aber ich gebe Dir gerne recht, in dem Sinne, dass es soziale Konflikte bedeutet, wenn eine große Zahl an Leistungsträgern (40% der Bevölkerung also gar nicht wenige) + erheblicher Anteil an den 60% die lieber mieten als zu kaufen jedoch jederzeit kaufen könnten (Hasso lässt grüßen) den Nichtleistenden rund 30-40% der Bevölkerung davonlaufen...

In einer Volksgemeinschaft, die auf Leistung und Arbeit ausgerichtet war, spielte das keine Rolle.

Wer aus Krankheit nicht leisten konnte, wurde immer mitgenommen und unterstützt.

Doch mittlerweile übernehmen die aus reiner Faulheit arbeitsscheuen Subjekte immer größere Bereiche von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein.

Da prallen Welten aufeinander.

Nun wage ich einmal eine Prognose, wohin die Reise geht.

Das Grundproblem: Ein Afrikaner, der jetzt nach Deutschland/Schweiz kommt, will jetzt und nicht in 30 Jahren schöne Frauen bumsen, Auto fahren und eine tolle Wohnung beziehen.

Das alles lässt sich nur dadurch ermöglichen, wenn die Vorleister und Erben, auf einen beträchtlichen Anteil ihrer Familienleistung und Eigentumsrechte sowie auf ihre heiratsfähigen Frauen verzichten, um auch den neu angekommenen etwas zu bieten.

Das wird am Ende günstiger sein, als unzufriedene Kriminelle zu alimentieren, die uns täglich das Leben zur Hölle machen werden.

So wird das Privateigentum ausgehöhlt werden.

Mein Lieblingsausdruck, den wir zunehmend hören werden: "Eigentum verpflichtet"!

Die Sozialisten (mit ihren Offshore-Konten) weisen den Weg!


Grüsse
Schweizerkäse
P.S.: Einem Bekannten, der gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist sein Ferienhaus zu nutzen, würde sein Haus gerne vermieten (Nur Instandhaltung + Verwaltungskosten) und max. einen Bruchteil des ortsüblichen Mietpreises (reine Verhandlungsfrage).

Resultat: Niemand hat ein Interesse.... Soviel zum Thema "attraktive Mieteinnahmen für Hausbesitzer".

Die Immo hat noch immer einen Verkaufswert von 250.000 Euro. Aber niemand will dafür auch nur 500-600 € monatliche Kosten für Reparaturen, die Verwaltung und die Nebenkosten bezahlen.

1-2 Zimmerwohnungen in zentraler Lage sind bei den meisten "Mietern" deutlich beliebter.


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