Das grundsätzliche Problem nicht aus dem Auge verlieren
Es gibt auch Vermieter, die Schwierigkeiten haben, ja. Manche legen auch drauf. Aber das hebt das grundsätzliche Problem nicht auf, das im praktischen Eigentums-Monopol einer Minderheit besteht, von der die Mehrheit der Menschen abhängig ist. Weil sie ja irgendwo leben und schlafen müssen, können sie ausgebeutet werden und werden es auch vielfach. Und die meisten Vermieter beziehen nach Abzug ihrer Unkosten eine regelmäßige Bodenrente, wie sie in der Literatur genannt wird. Rente ist ein leistungsloses Einkommen.
Das heutige private Eigentumsrecht am Boden macht dem Einzelnen etwas zu eigen, was ihm nicht gehören kann. Boden ist keine Ware, die er selbst hätte produzieren oder von anderen als deren Produkt hätte erwerben können. Das Eigentum verbindet hier Teile der Erde, die allen Menschen als Lebensgrundlage dienen soll, mit der Persönlichkeit eines Einzelnen, indem es andere davon ausschließt und es seiner prinzipiell unbeschränkten Verfügungsgewalt unterwirft. Der Boden wird gleichsam zum Raub Einzelner.
Also man darf es sich nicht zu einfach machen.
Ungeheures Geld wird auch mit der Bodenspekulation verdient. Ein einziger Strich eines städtischen Bauamtes, der ein landwirtschaftliches Grundstück am Rande der Stadt in den Bebauungsplan einbezieht, lässt den Quadratmeterpreis dieses Grundstückes von vielleicht 10 € mit einem Sprung auf mögliche 200 € oder mehr emporschnellen. Bei einer Größe von 10.000 qm bedeutet dies eine Wertsteigerung von 100.000 € auf nunmehr 2.000.000 €. Das heißt, der Eigentümer, der es für 100.000 € gekauft hatte, macht beim Verkauf an Bauinteressenten einen Gewinn von 1.900.000 €, die ihn mit einem Schlage zum Millionär machen, nur weil er das Eigentumsrecht hat. An Gegenleistung hat er nicht das Geringste erbracht; was ihm zufließt, müssen aber andere für ihn erarbeiten. Solche Preise übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Mehrheit. Die Grundstückskosten gehen aber in die Erstellungskosten der Häuser und damit auch in die Mieten ein, so dass sie beim größten Teil der Wohnungen letztlich doch von den eigentumslosen Mietern bezahlt werden müssen.
Also der verlinkte Artikel sollte mal in Ruhe gelesen und durchdacht werden.