Irgendwie akzeptiert man den Verrückten
Weil Du nach meinen Hunden fragst. Die Aufgabe des zuständigen Polizeibeamten (in seinem Bezirk resp. Rayon, oder im Dorf, der sog. Dorfpolizist) ist es, das zu überprüfen, ob das Gesetz auch befolgt wird.
Klar war der gute Mann auch bei mir und hat mich gefragt, welche Schutzvorkehrung bez. Diebstahl und Einbruch ich auf unserm Lagerplatz realisiert habe. Es hat da einige Diskussionen gegeben, weil ich ihm klargemacht habe, dass ich sechs Wächter hätte, jeweils auf vier Beinen. Natürlich ging dann die Diskussion los, dass so etwas nicht im Gesetz vorgesehen wäre, - aber schließlich konnte er mir nicht schwarz auf weiß darlegen, dass ein Wächter (das ist die genaue Übersetzung des rumänischen Wortes "paznic", so wie es im Gesetz benannt ist) unbedingt ein Mensch sein muss.
Letztlich konnte ich ihn mit einer Probe überzeugen. Meine Hunde sind so abgerichtet, dass sie niemanden was machen, wenn er mit dem Schlüssel durch die Tür oder das Tor hereinkommt, oder wenn das Tor offen ist. In dem Fall aber, wenn jemand über den Zaun klettert, wird sofort attackiert. Da gibt es keine Spielereien wie bei den Schutzhundeprüfungen in Deutschland, mit erst dreimal verbellen, stellen, usw. Meine Hunde richte ich zusammen mit einem örtlichen Figuranten selbst ab. Derjenige, der da über den Zaun klettert, muss ein Selbstmörder sein. Wurde mir mal fast zum Verhängnis, als ich den Schlüssel vergessen hatte und über das Tor springen musste.
Langer Rede - kurzer Sinn. Man hat den Verrückten (also mich) irgendwie akzeptiert, - warum, weiß ich nicht genau. Weil man keine richtigen Argumente hatte oder weil ich für die Nöte und Sorgen der Uniformierten auch immer ein offenes Ohr habe (als sie einen Kopierer auf der Polizeistation brauchten und ich ohnehin einige ältere übrig hatte, wurde das auch geregelt), - ich weiß es nicht.
Anfangs hatte ich Probleme mit guten Hunden, die man mir vergiftet hat. Insgesamt drei waren es. Nachdem die Idioten, die das gemacht haben, aber gemerkt hatten, dass das nichts nützt, weil am nächsten Tag schon wieder ein anderer Hund da ist, habe ich die letzten Jahre damit Ruhe. Hab da einen guten Draht zum örtlichen Veterinär, der alle Tiere im Umkreis kennt und mir jederzeit gute Hunde, auch aus dem Tierheim, beschafft.
Den letzten hat er mir besorgt, der eigentlich eingeschläfert werden sollte, weil sein ehemaliger Besitzer mit ihm nicht mehr zurechtkam. Dieser Idiot hat den Hund "kaputtgeprügelt". Der Hund, ein kräftiger Mischling, wie ihn die Schäfer hierzulande haben, beißt jeden, der ihm in die Nähe kommt. Nur der, der ihm das tägliche Fressen gibt, kann sich ihm nähern, - aber auch der muss sich vorsehen. Wenn der Hund nun wieder die jährliche Tollwutimpfung bekommt (gesetzlich vorgeschrieben), dann muss er erst über das Blasrohr anästhesiert werden.
Der Vorteil in diesem Lande ist: Wenn ich nachweisen kann, dass es auf dem Tor einen Warnhinweis auf scharfe Hunde gibt, die Tiere mit Chip registriert und geimpft sind, dann kann der Eindringling mit zerfetztem Bauch bei mir auf dem Grundstück aufgefunden werden, - ich werde da nicht belangt. Man sagt dann, - was hat denn der z.B. in der Nacht dort verloren, - der wollte sicher eine Straftat begehen.