Die Negation der Endlichkeit
Liebes Forum…
für mein Studium muss ich eine Transfer-Arbeit schreiben zum Thema Ethik. Ich wollte das Thema Peak Oil, Umweltverschmutzung durch unsere Wirtschaft, Debitismus und den daraus resultierenden Wirtschaftskriegen aufgreifen, um auf das Thema der Endlichkeit hinzuweisen, welches vom Bewusstsein der Menschheit negiert wird.
Meine persönliche Erfahrung hierzu ist, dass die meisten Menschen ein lineares Denkmuster angenommen haben. Als Beispiel hierzu möchte ich z.B. die Aktienkurse anführen. Seit der Einführung der Aktien sind diese über die Jahre konsequent gestiegen. Für die meisten Menschen gilt, dass die nächste Krise für sie den Punkt darstellt, an dem sie wieder Aktien kaufen, weil sie annehmen, dass diese wieder weiter steigen. Dies aber nicht mehr haltbar ist, sobald der Blickwinkel des Debitismus angenommen wird.
Als zweiten Punkt glauben die Menschen, dass Innovation die Probleme der Menschheit lösen werden. Jede Erfindung kann den Problembereich in einem Gebiet nur verschieben oder verschiebt diesen in einen anderen Bereich (Niko Paech). Als Beispiel dient hierfür die Kohleindustrie von England im 18. Jahrhundert, in der die Bergwerke Kohle förderten, aber dies nur oberhalb des Grundwasserspiegels. Dies war die natürliche Grenze, bis zu der es möglich war, Kohle zu fördern. Durch die Endlichkeit der Ressource musste eine Erfindung her, die es möglich machte, das Grundwasser abzupumpen. Die Dampfmaschine. Durch sie wurde die Kohle effizienter abgebaut und Grundwasser abgepumpt, was zur Folge hatte, dass weitere Kohlevorkommen erschlossen werden konnten. Als nächstes wurden die ersten Erdölquellen um 1860 entdeckt. Schnell wurde der höhere Energiegehalt zur Kohle festgestellt, was das Öl zur Zukunftsenergie machte. Heute sehen wir auch hier, dass die Technologie nur die Grenzen der Machbarkeit verschiebt. Mit der Erfindung des Elektroautos wird letztendlich das endliche Ölproblem nur wieder in einen anderen Bereich verschoben.
Meine konkrete Frage ist: Wieso unsere Psyche konsequent die Endlichkeit negiert? Für mich ist es fast so wie ein schwer kranker Patient, der seine Erkrankung nicht wahrhaben will. (Sterbephasen nach Kübler-Ross)
Es folgen Wut und Zorn, Verhandeln, Depression und zum Schluss die Akzeptanz.
Kann mir jemand noch Literatur zur dem Thema empfehlen? (Negieren der endlichen Aspekte und die Verschiebung der Probleme ins Unbewusste unserer Psyche?)
Vielen Dank schon mal…
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