Religion ist das Fundament der bürgerlichen Gesellschaft

pigbonds, Montag, 18.01.2016, 20:48 (vor 3672 Tagen) @ Miesespeter3131 Views

Merkel hat es ja bereits festgestellt, die meisten seien nicht mehr
bibelfest.

Zum Glück, sag ich da.


Ja eben. Deshalb haelt man in Europa auch grosse Stuecke auf die Trennung
von Staat und Kirche.

„"Glaubet nicht, ich sei gekommen, Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, Frieden
zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und
die Tochter mit der Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Matt. 10,34-35“

Harte Kost. Gewalt, Krieg?

Ich verstehe es aber so, dass eben Gottes Wort, blasphemisch vereinfachend "das Gesetz", über
der Blutbande stehen muss.
Der Vater liefert seinen gesetzesbrüchigen Sohn aus, er darf ihn aber nicht mehr selber richten, noch
bestrafen noch muss er ihn verstossen.

Ich verstehe die abrahamitischen Religionen als den Versuch, Ordnung in die Gesellschaft zu bringen,
eine Gesellschaft, die von nomadisierenden Stämmen zu komplexen Kollektiven wurden, wo nicht mehr jeder
jeden kennt.

Das war nötig, um überhaupt eine bürgerliche Gesellschaft zu schaffen.


Ein besserer Rat waere, genau umgekehrt zu Merkels Vorschlag, zu den
Urspruengen der buergerlichen Gesellschaft zurueckzukehren und dem Wahn,
der sich Religion nennt, nicht nur dann die gesellschaftliche Anerkennung
zu verweigern, wenn er islamisch daherkommt, sondern ganz ebenso, wenn er
sich im christlichen oder juedischen Gewand verkleidet. Diese Ideen, wie
oben angefuehrt, sind im Prinzip in den meisten europaeischen Laendern als
Aufforderung
zu Straftaten
eindeutig strafbewehrt.

In der Kirche, Synagoge oder Moschee lernt man das Geschriebene in der
Relation zur Gegenwart zu sehen.

Natürlich besteht das Risiko, das hie und da ein Karlstadt von der Kanzel
predigt, der Bilderstürmer zur Zerstörung von Kulturgütern (wie derzeit in Syrien,
Afghanistan) anheizt.

Der Unterschied zwischen dem Islam und den anderen beiden grossen
abrahamitischen Wuestenreligionen ist lediglich, dass seit dem dunklen
Zeitalter der Inquisition im Westen der Anteil derjenigen, welche die Bibel
oder die Torah wortwoertlich nehmen oder ueber das buergerliche
Rechtsverstaendnis stellen, permanent zusehends geringer geworden ist,
waehrend es im Islam gegenwaertig eher umgekehrt zu sein scheint.

In der Reformation entdeckten die Christen auch das Wort und nahmen es
wörtlich, weil die Geistlichen sich zu sehr im Weltlichen zu vergnügen
begannen und an Glaubwürdigkeit verloren. So folgte die Reformation und die
Reformation der katholischen Kirche.

Ein Problem stellen die absoluten Dogmen der Schriften dar, weshalb komplexe
Interpretationen nötig sind.
Juden müssen sich fragen, ob aus Windenergie erzeugter Strom immer noch das
Feuer repräsentiere und kommen zum Schluss, dass die Winde von der Wärme der
Sonne herkomme, die eben das Feuer darstelle. Neuste Technik, Wissenschaft und
Religion finden so zusammen.
Die Christen fliehen sich in "Gleichnisse".


Die bürgerliche Gesellschaft kann sich ebenso in Dogmen verfangen.

Interessant ist es daher, die "Schwesterrepubliken" Schweiz und USA zu betrachten.

Die USA verfügt über eine starre Verfassung, die soviel ich weiss, nur ergänzt,
aber Bestehendes nicht verändert, werden darf. Daher hat sich über die Jahrzehnte ein regelrechter
Kanon an wegweisenden Gerichtsurteilen gebildet, eine Kirche der Rechtsgelehrten
sozusagen.

Hingegen kann die Schweiz ihre Verfassung in Volksentscheiden einfach und pragmatisch
anpassen. Das halte ich für einen langfristigen Vorteil.


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