Entschuldige bitte, aber
mein Eindruck ist folgender:
[ ] Du hast verstanden, was Christsein bedeutet
Kein Christ wendet jemals Gewalt an. Niemals. Wer Gewalt anwendet, ist
ebensowenig Christ, wie [...]
Dann kann es keine Christen geben. Nicht einen.
Ein Christ ist einer, der erkennt, dass Gott existiert, ihn von ganzem
Herzen sucht und Vergebung durch Jesus Christus von seiner gesamten
Lebensschuld findet. Jemand, der sich von ganzem Herzen bekehrt zu dem
lebendigen Gott
d'accord
und ein Leben führt nach den Maßstäben des Neuen Testamentes.
Hättest Du geschrieben "und nach allen Kräften versucht, ein Leben zu führen nach den Maßstäben des NT", dann schiene mir auch dies korrekt.
Bitte lies doch einmal die beiden Kapitel 5 - 7 des Matthäusevangeliums,
die sog. Bergpredigt.
Und dazu Römer 7...
Ein Christ im Sinne Christi leidet unter seinem Versagen und seiner Schuld, unter dem, was er anderen an Gewalt antut (egal, ob mit Worten oder Taten) und dass er Aufforderung aus der Bergpredigt bestenfalls ansatzweise gerecht werden kann; er wird aber gewiss nicht dadurch zum Christen, dass er keine Schuld mehr auf sich lädt.
Wie auch. Oft geht es gar nicht anders, als an anderen schuldig zu werden. Ob in der Kindererziehung oder der großen Politik.
Etwas Studium der Schriften von Dietrich Bonhoeffer kann hier hilfreich sein.
Den Menschentypus, den Du als Christen definierst, erscheint mir genau der Typ Gutmensch zu sein, der die Drecksarbeit anderen überlässt, um selbst ohne Sünde dazustehen...
Bitte fühle Dich nicht persönlich angegriffen - zumindest war das nicht meine Absicht. Aber ob ein Lebens- und Glaubensbasis trägt, sollte man nicht bei ruhiger See beurteilen.
Mir fällt gerade ein Filmzitat ein, was ich mir mal notiert habe:
"Man weiß nichts über einen Menschen, bis man ihn in die Enge treibt."
(Detective Keith Frazier [Denzel Washington] in 'Inside Man')
Was ist, wenn Halsabscheider vor der Tür stehen und Deiner Familie - insbesondere Deinen unmündigen Kindern - ans Leder wollen. Erst vergewaltigen und dann Rübe ab. Angenommen, Du hättest die Möglichkeit, Deine Leute zu verteidigen unter Schädigung der Angreifer.
Was würdest Du tun?
Oder allgemein: Darf sich ein Christ verteidigen?
Nur zur Klarstellung: Ich frage das als jemand, der in schwierigen DDR-Zeiten den Dienst an der Waffe verweigert und dafür viele Nachteile in Kauf genommen hat...
--
cheers - kieselflink