Über Zivilcourage
Aber der Artikel bezieht sich auf die aktuelle "Welle". Du beschreibst
etwas, was es schon länger gibt.
Zumindest der Druck am Hbf ist deutlich schlimmer geworden. Sobald man nicht in Bewegung ist (Rauchen, Benutzung Automaten) wird man angebettelt. Und natürlich wird viel mehr gedrängelt, man wird somit "angetanzt" und beklaut. Und das ist in den letzten Wochen deutlich extremer geworden.
habe: statt zu jammern (unterstelle ich dir nicht!) kann man ja auch mal
mit deutschen Liedern kontrieren. (Ja, ja, ich weiß, zu gefährlich!)
Ich jammere nicht nur, mich macht das krank. Habe massive Probleme mit meinem Schlaf und meiner Konzentration.
Zur Zivilcourage: Am Ende saßen nur noch junge Mädchen dort herum, aber andere männliche Migranten sind von ihren Plätzen aufgestanden und sofort in deren Nähe gegangen. Trotzdem hat sich niemand der übrigen Fahrgäste über die wirklich schräge Musik beschwert, mich eingeschlossen. Die Situation zeigt, dass der Druck im Kessel noch lange nicht ausreicht.
Dazu ein sehr passendes Zitat aus dem Buch "Blaulicht" von der jungen Polizistin mit Migrationshintergrund (ging die letzten Tage durch die Medien):
Leider fiel das Wort »Zivilcourage« in den vergangenen Jahren in der breiten Öffentlichkeit fast ausschließlich mit dem Zusatz »teuer bezahlt«. Solche Formulierungen sind aber nicht allein einer sensationslüsternen Presse zuzuschreiben. Dass Menschen mit Zivilcourage schwer verletzt oder gar getötet wurden, weil sie dazwischengegangen sind, spiegelt für mich die tatsächliche Situation auf der Straße wider.
Einschüchterungen, Drohungen und tätliche Gewalt sind an der Tagesordnung. Ganz sicher fördern sie die wachsende Gleichgültigkeit der Gesellschaft, das Wegsehen in Notsituationen, die Angststarre und im wahrsten Sinne des Wortes Hilflosigkeit.
Sie schließt mit dem Appell, TROTZDEM einzugreifen und sich zu opfern. Diese Hemmschwelle steigt bei mir täglich. Gutmenschenfrauen müssen sich auch mal vergewaltigen lassen. Meine Aufgabe ist es, zu arbeiten und Steuern zu entrichten. Und zu akzeptieren.
Gruß, Stefan