Träum' weiter.

zip, Freitag, 30.10.2015, 00:32 (vor 3746 Tagen) @ Ashitaka5818 Views

Wir müssen endlich den Sozialstaat abbauen und durch ein System ersetzen, dass den Menschen ihre Trägheit / Verträumtheit raubt. Was nicht finanziert werden kann, darf nicht weiter versprochen bzw. gefordert werden!

Hallo Ashitaka,

wie soll das bitteschön denn gehen? Ein Abbau des Sozialstaats mag aus deiner Sicht ein rational begründeter Schritt sein, wird jedoch grandios scheitern, so lange die Politik auf Wahlkampf gepolt ist, und den Rentnern für das kommende Jahr eine Erhöhung der Rente um 5% verspricht:

http://www.finanzen.de/news/16770/rentenerhoehung-2016-bundeskabinett-beschliesst-deutl...

Alle Zeichen stehen auf einen weiteren Ausbau des Sozialstaats. Ein Systemwandel wird nicht stattfinden, das Gegenteil ist der Fall. Das aktuelle System fährt sich systematisch an die Wand. (sic)

Es ist ein feuchter Traum, zu glauben, es würde Vernunft einziehen in die politischen Entscheidungen. Es fehlen die "Macher" dafür. Und die werden auch nicht kommen von heute auf morgen.

Meine persönliche Meinung: Ich bin dankbar für die aktuell sich abzeichnende Überbeanspruchung des sozialen Systems. Ich nenne das die regulatorische Kraft des Faktischen, die zu einer Verkürzung des Prozesses beim dringend erforderlichen (und grundsätzlichen) Umdenken führen wird. Insoweit bin ich bei dir und träume davon, dass ein Aufwachen erfolgt.

Aktuell stehen wir am See, der gestern noch zu einem Viertel mit Seerosen bedeckt war. Heute ist nur noch die Hälfte der Wasseroberfläche erkennbar.

Der Politik fehlt die Fähigkeit zum Erkennen exponentiell verlaufender Ereignisse. Es wird weiterhin linear gedacht und auf die jeweiligen Zeiträume zwischen den Wahlen abgebildet. Ein "Systemwechsel" wird sich (bestenfalls) in einer Abkehr von dieser Denke vollziehen – getrieben von den Massen auf der Straße, denen ein voller Magen wichtiger sein wird als ein leeres Versprechen aus dem Mund von autistischen Politikern, die es gerade einmal schaffen, ihre Hände zu einem rautenförmigen Mantra zu formen.

Nicht der Sozialstaat ist das Problem. Es ist der fehlende Rückwärtsgang in den Köpfen unserer inkompetent aufgestellten Politiker. Oder – noch schlimmer – deren nicht vorhandene Bereitschaft, über Alternativen nachzudenken und in die Tat umzusetzen.

Ich werfe mal einen Knochen in die Runde: Eine runde Million arbeitswilliger Menschen kommt zu uns und wir sind nicht in der Lage, diesen Menschen im Rahmen eines "sozialen Jahrs" mit der Ausbesserung oder Erweiterung unserer Infrastruktur eine anerkennungswürdige Aufgabe zu übertragen? Das ist gelebte Armut im Denkmodell unserer Politiker.

Beste Grüße vom

--
.zip


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