Begrifflichkeiten

SUCRAM, VLC, España, Mittwoch, 28.10.2015, 15:53 (vor 3745 Tagen) @ Zarathustra4326 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 28.10.2015, 16:25

aber Du hast natürlich Recht. Der "Staat" (als Organisationsform von
Menschen im weitesten Sinne) verschwindet ebenso wenig wie Wirtschaft
verschwindet. Nach Luhmann sind das Systeme und die sind autopoietisch,
sind also selbsterhaltend.

Autopoietische Systeme sind nicht nur selbsterhaltend, sondern auch
selbstzerstörend. Das beweist jeder individuelle Organismus. Autopoiese
auf einen einzigen Beitrag verdichtet zu beschreiben, ist extrem schwierig.
Die Systeme und Untersysteme sind fraktal verschachtelt, und die Grenzen
oft fliessend. Wäre schön, wenn Kurt mit seiner einzigartigen
Formulierungsgabe einmal einen Versuch unternehmen könnte. Vermutlich
käme etwas besseres dabei heraus als bei Wikipedia.

Hallo,

ich glaube, wir bewegen uns hier noch auf dünnem Eis, was Forschung, Theorie und Wissenschaftlichkeit angeht. Deshalb auch der vehemente Vorwurf, an Maturana, Luhmann und anderen wie uns hier im Forum, sich in der Metaphysik zu bewegen. Zudem verwenden wir hier die Begriffe kreuz und quer in verschiedenen Zusammenhängen, ohne uns Gedanken zu machen. Macht ja auch Spaß. Vielleicht könnte man sich trotzdem mal auf eine einheitliche Nomenklatura einigen, so dass es nicht so häufig zu Missverständnissen kommt.
Ich habe übrigens mit Metaphysik kein Problem, denn ich sehe sie als sehr flexibel und fließend verwendbaren Begriff an.
Die ganze Geschichte um die Systemtheorien und Autopoiesie in der Philosophie, Soziologie, Biologie und anderen Disziplinen steht noch ganz am Anfang. Zum Glück gibt/gab es jemanden wie Maturana und Luhmann, die den Ursprung der Theorie auch auf andere Organisationsformen und Disziplinen ausgedehnt haben, was ja wohl Varela nicht sonderlich passt (warum?).

Übrigens: es bedeutet nicht unbedingt selbst-erhaltend, sondern selbst(re)produzierbar, was das erstere zwar implizieren kann, aber bei Organismen als biologische Systeme und m.E. auch bei sozialen Systemen nicht ewig geht.

Ich würde Autopoiesie mit dem was man gemeinhin als das Leben bezeichnet gleichsetzen. Deshalb gibt es ja auch keine technischen Systeme die autopoietisch sind. Sie sind "nicht lebende" Systeme.
Varela sträubt sich wahrscheinlich auch deshalb anderen Systemen als rein biologische ein Leben zuzugestehen. Er war halt ein Fachidiot. (Ist nur eine Vermutung)

Gruss

--
"Den Staat (oder irgendwas anderes) zu bekämpfen macht ihn nur stärker.
Willst Du den äußeren Staat erschüttern, dann erschüttere den Staat in Dir." (@Konstantin)


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