Die Schweiz ist nicht ideal
aber Du hast natürlich Recht. Der "Staat" (als Organisationsform von
Menschen im weitesten Sinne) verschwindet ebenso wenig wie Wirtschaft
verschwindet. Nach Luhmann sind das Systeme und die sind autopoietisch,
sind also selbsterhaltend.
Autopoietische Systeme sind nicht nur selbsterhaltend, sondern auch selbstzerstörend. Das beweist jeder individuelle Organismus. Autopoiese auf einen einzigen Beitrag verdichtet zu beschreiben, ist extrem schwierig. Die Systeme und Untersysteme sind fraktal verschachtelt, und die Grenzen oft fliessend. Wäre schön, wenn Kurt mit seiner einzigartigen Formulierungsgabe einmal einen Versuch unternehmen könnte. Vermutlich käme etwas besseres dabei heraus als bei Wikipedia.
Der massendemokratische Wohlfahrtsstaat, welcher
in Deutschland besonders stark ausgeprägt ist, führt aber zu einer
Massenverblödung, die dann in Umbruchphasen zu Katastrophen führt. Die
Übernahme von Verantwortung auf der nächsthöheren Ebene (oder kleineren
Verwaltungsebene) wie Du es beschreibst, funktioniert hier nicht.
Ja, aber auch das Schweizer Gebilde war einmal kleiner. Ich glaube auch nicht, dass unsere direkte Demokratie überlebensfähig ist. Tributgetriebener Kollektivismus ist, weil systemimmanent wuchernd und zerstörend, von vornherein dem Untergang geweiht. Der Kollektivist folgedessen etwas, das prinzipiell überwunden werden soll, egal, ob er sich erträglicher (Schweiz) oder unerträglicher (Nordkorea) oder in irgend einer Form zwischendrin organisiert.
Dann
kommt wieder ein Scharlatan wie der Musterbürger und Vorzeigedeutsche
Bachmann und zeigt wo es lang geht.
Ja, Wahnsinn, und sie strömen in Massen genau dorthin. Auf dem Maidan waren wenigstens die Studenten und Musiker die ersten auf dem Platz. Die Bachmänner sprangen dann halt auch noch auf den Zug auf.
Die Systeme funktionieren hier anders
als in der Schweiz, wo die unterste Ebene gewohnt ist Verantwortung zu
übernehmen und selbstverwaltend Entscheidungen trifft (jedenfalls in
Grundzügen). Vielleicht aber idealisiere ich die Schweiz zu
sehr
In der Schweiz wird man vom Staat unbestrittenermassen weniger terrorisiert als in Deutschland, geschweige denn in Nordkorea. Aber Fremdbestimmung bleibt Fremdbestimmung, und die gilt es zu überwinden, falls man nicht fremdbestimmt werden will. Aber an diesem Willen hapert es leider, wie auch dieses Forum täglich in erschreckender Weise offenbart. Man lechzt lediglich nach anderer Fremdbestimmung mit anderen Figuren, und diese Figuren heissen nicht Luhmann oder Sonneborn.
Grüsse, Zara
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