Ausführliche Anmerkungen an Dagobert Duck
Hi Beo2
,
__ 1) Wer heute belastbare Kreditsicherheiten (pfändbares Sachvermögen,
ausreichendes und sicheres Einkommen) besitzt und aufbieten könnte,
benötigt keinen Kredit, da er/sie bereits im Geld/-vermögen sozusagen
schwimmt und selbst nach einer profitablen Geldanlage (z.B. Kreditnehmer
usw.) sucht.
Diese Einzelbetrachtung hilft nicht, da die Werthaltigkeit der Sicherheiten systematisch von der Gesamtverschuldungsfähigkeit aller abhängig ist. Wenn alle sagen: "Geh mir, ich nix Kredit nehmen!", dann hast du auch rasch keine belastbaren Kreditsicherheiten mehr. Die Bewertung der Sicherheiten ist nicht fixiert, sondern über einzelne Marktsegmente hinaus (d.h. systematisch betrachtet) von der Kreditnachfrage abhängig. Das heutige Wasserbecken in dem du umher plantscht ist nur solange "illusorisch" mit Wasser gefüllt, wie das System Neukreditaufnahmen "vor Tilgung" der Altkreditaufnahmen gewährleisten kann, d.h. wenn jemand einen Kredittitel schafft, der auch bei einer Zentralbank als notenbankfähige Sicherheit hinterlegt werden kann. Es ginge auch mit Staatstiteln. Der Staat alleine kann nur keine hinterlegbaren Staatstitel schaffen, da er sich nicht selbst kaufen kann. Damit Staatstitel als notenbankfähige Sicherheiten genutzt werden können müssen diese zuvor von den Gläubigern (Private über weltweite Vorsorgesysteme wie Pensionskassen, Treuhandfonds, Versicherungen etc.) gekauft/bezahlt werden.
__ 2) In jeder normal/gut/ausgewogen funktionierenden VoWi gibt es
grundsätzlich eine unendliche Anzahl von Nachschuldnern .. selbst in einer > klitzekleinen. Denn, alle bereits verschuldeten sowie noch verbliebenen > potentiellen Kreditnehmer bilden (chronologisch betrachtet) eine
geschlossene Reihe bzw. einen geschlossenen Kreis, dessen Anfang und Ende
sich sozusagen am Bankschalter befindet: Wer gerade tilgt und sein Pfand > freibekommt, stellt das Ende des Nachschuldner-Kreises dar und steht somit
wieder als Nachschuldner zur Verfügung .. endlos sich wiederholend.
Wenn die liebe Zeit (Zeiträume, zu früh, zu spät, falsche Zeit) nicht wäre. Eine Kreislauftheorie des Schuldsystems ist unter realen "zeitlichen" Umständen nicht haltbar. Natürlich wünschen wir uns, dass sich alles wie geschmiert im Kreise dreht um die Hoffnung an ein generierbares Gleichgewicht zu halten. Da aber alles Geld (Schuldendeckungsmittel) ausschließlich durch Schulden entstehen kann, der Erhalt des Schuldendeckungsmittels aber einzig und allein vom Gast abhängig ist (der Wirtschaft), beißt sich die Katze in den Schwanz.
Wirtschaft, das ist der Kampf um Schuldendeckungsmittel. Und diesen gewinnen möglichst viele nur solange, wie im System ausreichend Nachschuldner bereit stehen. Die Vorstellung, der eine tilgt, der andere nimmt Kredit (als sich ablösender Kreislauf) ist nicht haltbar. Denn derjenige der tilgt, muss schon bevor ihn als Schuldner jemand ablöst seinen Cash Flow zwecks seiner Kapitaldienstfähigkeit generieren. Das bedeutet also, dass ihm niemand als Schuldner folgt (Abklatsch im Kreislauf), sondern dass der Nachschuldner schon bereit stehen muss, bevor der Cash Flow zwecks Tilgung generiert werden kann (erst Verschuldung, dann Bezahlung). Da der Cash Flow bzw. die Realisation ausschließlich in Geldsummen erfolgt, muss deshalb schon vorher jemand Kredittitel schaffen (Kredit nachfragen), damit das benötigte Geld für zeitlich nachfolgende Tilgungen von Krediten überhaupt entstehen kann.
Es wäre theoretsich nur anders denkbar, wenn zwischen Kreditaufnahme und Tilgung
1. keine Zeit verstreicht
2. keine den Einzelgeldbedarf (nicht Gesamtgeldbedarf) erhöhende Verzinsung der Kreditmittel erfolgt
3. oder Geld keine ewige Option (siehe Dottore) bietet, sondern per Diktat vorgeschrieben wird wer seine Geldsummen SOFORT an wen zu übertragen/übereignen hat.
Auf auf ihr Sozialisten und Weltenretter.
____ Es kann auch prinzipiell jeder Kreditnehmer tilgen, da der
Zins, den er benötigt, von nächst folgendem Kreditnehmer(n) in Umlauf
gebracht wird. Die reine Tilgungssumme, die jeder Kreditnehmer außer dem
Zins benötigt, bringt er ja selbst in den Umlauf; er benötigt diese Summe
lediglich als Einnahmen zurück. Dies funktioniert völlig reibungslos und
nachhaltig, wenn ... >
____ wenn erstens in der VoWi nicht übermäßig in Geld gespart
wird (= übermäßige Bildung von Geldvermögen), so dass jeder bereits
verschuldete Kreditnehmer seine gewohnten Einnahmen bis zum Tilgungstermin > beibehalten kann .. d.h. wenn in der VoWi fast ausschließlich in
Sachwerten (auch Unternehmensbeteiligungen u.ä.) gespart wird, und
____ wenn zweitens die Einkommensverteilung in der Bevölkerung
annähernd \"normal/symmetrisch um den Mittelwert verteilt\" ist, im Sinne
der Gauß\'schen Normalverteilung (auch Median = Mittelwert etc.).
Diese Leichtsport-lass-abklatschen-Denke ist im Gelben Forum zum Glück schon ewig vom Tisch. Es kann, wie hier nachgewiesen wurde, prinzipiell nicht jeder Kreditnehmer tilgen.
Womit sollen prinzipiell alle tilgen, wenn nur mit Geldsummen getilgt werden kann, für die es eben ein laufendes Kreditgeschäft als Basis der Entstehung der benötigten Geldsummen bedarf? Debitismus 1x1.
Winke Winke,
Ashitaka
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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.