Noch ein Zusatz
Hab noch was vergessen, zu erwähnen:
Kenn da einen jungen Mann, der auch sein Abi gut bestanden hat und sich hinsichtlich seiner Berufswahl weiter orientiert. Ich fragte ihn mal, welche Richtung er bei seinen Studien einschlagen wolle, zumal sein Vater ein erfolgreicher Arzt sei, würde er auch zu dieser Sparte tendieren?
Seine Antwort überraschte mich etwas: Nein, sagte er, ich will einen anständigen Beruf lernen.
Was er immer auch damit meint. Mehr wollte er sich dazu nicht auslassen. Sollte mit "anständig" damit gemeintsein, dass das Tun und Lassen der Mediziner heutzutage bereits "unanständig" ist, oder war es so gemeint, dass er in diesem Beruf sich nur mehr auf "lauwarme" Erkenntnisse verlassen muß, was letztlich zu Defiziten beim Ergebnis führt?
Wie auch immer, - ich will hier auf keinen Fall pauschalieren. Es gibt sie noch, die Ärzte, die ihre gesammelte Lebens- und Berufserfahrung an die Patienten wietergeben. Kostenlos oder zu einem akzeptablen Preis. Hut ab vor denen.
Ich hab in meinem Beruf bemerkt, dass es keine Fachleute mehr gibt, oder nur mehr ganz wenige. Früher hatte ich viele Leute beschäftigt, um eben vielerorts gute Arbeit zu leisten. Mit den damit verbundenen Problemen, die einen bis zur Weißglut bringen- oder in den Wahnsinn treiben.
Meinen guten Nanen habe ich mir in der Branche behalten. Heute habe ich kaum mehr Leute beschäftigt und vermarkte mein knapp 50-jähriges Wissen. Das verschenke ich nicht, - das hat seinen Preis. Dafür hat der Kunde die Gewißheit, dass kein Bock auf seiner Baustelle geschossen wird und es absolut keine vermeidbaren Mehrausgaben gibt. Das allein garantiert mir ein gutes Einkommen. Eigentlich eine Schande für die Bauberufe insgesamt.
Ich mache nichts Außergewöhnliches, - ich sorge nur dafür, dass kein Sch. gebaut wird. Dass die Arbeiten so gemacht werden, wie sie eigentlich gemacht gehören. Aber ich stelle selbst nichts her. Aber dafür wird in der heutigen Zeit gut bezahlt.
Nun zurück zum Mediziner: Ist es bei den Ärzten anders? Lassen wir die Frage mal so im Raum stehen.....
Heute habe ich einen meiner Leute ins Krankenhaus in die Kreisstadt geschickt. Es ist etwas, was für mich unerklärbar ist, - bekommt seit einiger Zeit kaum mehr das Essen hinunter, - bis man in der vergangenen Woche festgestellt hat, dass er eine Verengung der Speiseröhre hat. Woher, das hängt in den Sternen. Jedenfalls ist nichts festzustellen, das mit irgendeinem Wildwuchs in Verbundung steht (Tumor, Karzinom, etc.)
Allerdings, bevor ich ihn ins Krankenhaus gebracht habe, hat meine Sekretärn auf meine Anweisung hin erst eine genaue Anamnese gemacht und aufgeschrieben, die dem Arzt zusammen mit den anderen Unterlagen vorgelegt wird. Eine Grundbedingung dfür jede vernünftige Diagnose. ich bin so gut wie sicher, dass der Arzt das als absolute Ausnahme bezeichnen wird, was der Patient dort vorlegt....
Das nur als Ergänzung dafür, warum alles teurer wird, - auch die Dummheit des Patienten muss bezahlt werden.