Nicht nur das
Ich selbst halte von diesem "Schreiben wie man spricht" (so hieß das ganz am Anfang mal) rein gar nichts. Das verwirrt die Kinder doch schlussendlich nur. In der Fahrschule lernt man das Autofahren ja auch nicht zuerst so, wie man es nicht machen sollte und erst danach dann richtig.
Letztlich ist das aber auch nur ein Symptom für eine zutiefst fehlgeleitete Pädagogik.
Kann sich noch wer erinnern, warum diese unseelige Rechtschreibreform durchgeführt wurde? Ich meine mich zu erinnern, dass es wegen der zunehmenden "Rechtschreibschwäche" der Kinder gemacht wurde. Dass diese "Rechtschreibschwäche" im Grunde genommen ein hausgemachtes Problem war, wurde dabei geflissentlich ausgeblendet. Was passiert denn jedes Jahr nach den Sommerferien? Da wird erst mal im großen Stil Geld bei den Eltern eingesammelt, darunter auch Kopiergeld.... sowas gab es damals während meiner Schulzeit nicht! Wir haben von den Tafeln abgeschrieben bis der Stift geglüht hat. Seitenweise, nein Heft-/Blockweise, mussten wir mitschreiben, da gab es alle Jubeljahre mal eine Kopie. Und das Tolle? Wir haben kaum Rechtschreibfehler gemacht, kaum Grammatikfehler, kaum Orthographiefehler. Aber diesen Zusammenhang wollte man anscheinend nicht erkennen. Ok, dafür hatten wir nicht schon von der 1. Klasse an Englisch-Unterricht.....aber mal ernsthaft, geschadet hat das auch nicht.
Heute werden die Kinder verwirrt, kaum korrigiert, ach, und auf so "Nebensächlichkeiten" wie eine saubere Handschrift wird auch keinerlei Wert mehr gelegt. Wenn ich mir die Kinder heute ansehe, die nach zehn Jahren die Schulpflicht hinter sich lassen, die haben eine Handschrift wie ein Arzt, sind aber mit ihren Grundfertigkeiten - Schreiben, Rechnen, Lesen - auf dem Stand eines Viertklässlers von 1980.
Gruß
Kaladhor
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Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!