Dem Himmel sei Dank für einen Rat eines Volksschuldirektors

helmut-1, Siebenbürgen, Sonntag, 27.09.2015, 23:38 (vor 3772 Tagen) @ Hyperion3995 Views

und auch dafür, dass ich auf diesen Mann gehört habe.

Ich bin aus Deutschland nicht weg, weil ich nichts mehr zu essen hatte, dazu war damals in den 90er Jahren das Problem mit den Ausländern mit Sicherheit nicht im Vordergrund. Aber die Abwärtstendenz in den Schulen war bereits erkennbar.

Der Volksschuldirektor der Grundschule, wo mein Junge eingeschult worden wäre, gab mir den Rat: Wenn Du was Gescheites für Dein Kind tun willst, dann such Dir eine vernünftige deutsche Auslandsschule.

Genau das habe ich getan, und so bin ich in Siebenbürgen gelandet. Er war zusammen mit den anderen 25 Kindern einer unter den 5 oder 7, die deutsche Wurzeln (und damit die Sprachmöglichkeit zuhause) hatten, die andern waren Rumänen und noch zwei Ungarn. Trotzdem wurden alle Fächer in deutscher Sprache gelehrt, - und wenn da grammatikalische oder orthographische Fehler gemacht wurden, dann gabs eben schlechte Noten. Ohne Ausnahme oder Nachsicht.

Wenns manche gab, die das nur schwer kapierten, dann mußten die eben zur Nachhilfe. Gegen cash natürlich. Deshalb waren die Eltern auch sehr daran interessiert, dass ihre Kindlein zuhause neben den Hausaufgaben brav lernten und nicht auf der Straße herumlungerten.Geht sonst ganz schön ins Geld.

Um ehrlich zu sein, - mit dem musikalischen Engagement sowie dem Tennis und dem Handball war der Junge zu 100% ausgelastet, da gabs keine Zeit für was anderes.

Später, auf dem humanistischen Gymnasium, da gab es ein oder zwei Jahre, wo der Jüngling 5 Sprachen parallel in den Fächern hatte. Rumänisch als Staatssprache sowieso, Deutsch, Englisch und Französisch, und noch Latein.

Und alles wurde benotet, da gabs keine "Kurse" mit irgendwelchen Punkten, da gabs für jedes mündliche Abfragen an der Tafel eine Note, für jede schriftliche Arbeit, und oftmals auch für gestellte Hausaufgaben. Und aus der Summe dieser Noten resultierte dann die Gesamtnote am Ende des Schuljahres. Wenn das nicht reichte, dann gabs ggf. eine Wiederholungsprüfung vor Beginn des neuen Schuljahres, und wenn die auch nicht geschafft wurde, dann wurde eben die Klasse wiederholt.

Gott, wie rückständig, wird mancher sagen. Aber ich war damit zufrieden. Klar gibts noch qualitativ bessere Möglichkeiten für die Kinder, auch in Deutschland, - aber die konnte ich mir finanziell einfach nicht leisten.

Erinnere mich noch, da wir im Elternbeirat waren, als wir eine Konferenz hatten, wo darüber entschieden werden sollte, ob ein Junge von der Schule verwiesen wird, weil er nur noch gestört hatte. Der Vater- ein höheres Tier - hatte keine Zeit für den Jungen, dadurch war der durch den Wind, und die Mutter hielt permanent den kompletten Regenschirm über den Jungen, - stritt vehement ab, dass ihr Liebling Böses tun könnte.

Man stelle sich mal so eine Diskussion in D vor, - da würde man wahrscheinlich als Elternbeirat vors Jugendgericht kommen.....

Also, - es ist nicht die Ideallösung in Siebenbürgen auf den Schulen, - zumal da akuter Lehrermangel herrscht. Aber es ist auf jedenfall besser als das, was seit vielen Jahren in Deutschland oder Österreich geboten wird.


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