Eigentlich habe ich keine Lust mehr darauf, denn hier schlägt man oft die Boten - Kann man auch googlen: Propagandadelikte

azur, Mittwoch, 16.09.2015, 11:33 (vor 3785 Tagen) @ Sylvia3822 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 16.09.2015, 11:51

Hallo Sylvia,

eigentlich ist mir inzwischen die Zeit zu schade. Erstens kann man auch googlen. Zweitens hat man ja neulich gesehen, wie es aufgenommen wird. Man erklärt, was die Rechtsgrundlagen sind, an denen eine Sache bemessen wird, um dann wieder einmal das Missverständnis zu erleben, als habe man sich das a) ausgedacht und b) irgendetwas verteidigt, was man gar nicht nicht verteidigen wollte.

Es ist wie bei den wilden Diskussionen um Geld und Forderungen, wo einige vermengen wollen, und dann sogar Abgabepflichten von Naturalia zu Geldzahlungen machen wollen. Das ist mir zu simpel auf diese Art.

Diese endlosen, nichts bringenden Diskussionen: Da studiere ich lieber vor mich hin. Da bekomme ich weit mehr geboten, als in etlichen Diskussionen hier, und ich kann nur jedem raten, nicht über die Debatten hier das Selbststudium zu vergessen. Fachbücher, aber auch die Historie, bieten da eine Menge.

Auch über das Geld. Dass bestimmte Münzen bzw. Werte aus der Antike bis in die Neuzeit gültig waren, wie also das hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Aureus über das hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Solidus bis zum Schilling (und weiteren Währungen) führte.

Denke mal, ich werde es hinnehmen, wenn sich welche etwas am Recht vorbei, das das regelt, Dinge zu Forderungen usw. ausdenken und verbreiten. Muss jeder selbst wissen, ob er nicht lieber nachschlägt und sich gründlich Wissen verschafft, oder nur seine Ideen und Vorstellungen verteidigen will, gleich wie.

Entschuldigt, aber das muss mal gesagt werden (ich hatte unlängst, wie so oft, nur richtig über Rechtsgrundlage informiert, und auch den Art. 20 dazu erwähnt: Es wurde stellenweise einfach so so getan, als bringe es irgend jemanden etwas mal so richtig Dampf ablassen, nach nur einem schnellen Überfliegen).

Und bitte: Wer sich wirklich ein Bild machen will, der sollte imho nicht an einem Bilde, einem Autor, einer Lehrrichtung kleben. Der sollte imho soviel Einblicke in die Sache wie möglich suchen, und die Dinge wirklich durchdringen und ergründen wollen. Das ist auch für mich stete Herausforderung, lohnt aber ungemein.

Zu Deiner Frage - siehe u. a.:

a) Propagandadelikte und opferlose Verbrechen
Peter Mühlbauer 09.04.2008
Nicht nur in China existieren problematische Straftatbestände
Letzte Woche wurde der chinesische Blogger Hu Jia zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Wer sich auf das Fernsehen verließ, der musste glauben, die Verurteilung wäre ganz ohne Rechtsgrundlage erfolgt, weil Hu vor vielen Jahren einen Aids-Skandal aufdeckte. Wer etwas genauer nachforschte, der stieß darauf, dass ihm "Anstiftung zur Untergrabung der Staatsgewalt" vorgeworfen wurde. Ein hochproblematischer Straftatbestand - der allerdings auch in anderen Ländern seine Entsprechungen hat.
http://www.heise.de/tp/artikel/27/27681/1.html

b) http://www.gutefrage.net/frage/was-sind-propaganda-delikte

c) http://www.bmi.bund.de/DE/Themen/Sicherheit/Kriminalitaetsbekaempfung/Politisch-motivie...

d) https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Straftat

Wobei es natürlich nicht verkehrt ist, einen zu fragen, der sich mit dem Wissensgebiet gründlicher auskennt, weil es jahrelang lernt. Das heißt nicht, dass so jemand, also z. B. meine Person, immer recht hat. Und keine Begrenzungen. Bei vielem müsste ich mich auch erst einmal reinknieen, schon weil z. B. in der üblichen Ausbildung die Schwerpunkte an der Masse der Vorgänge in der Praxis orientiert sind. Also geht es dort zumeist um Eigentums- und Urkundendelikte, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Verkehrsdelikte usw.

Anderes wird schnell zu einem Spezialwissen, das man nicht so ohne weiteres parat haben kann. Als Jurist ist man zumindest in die Lage versetzt worden, sich das schnell zu erschließen, weil man Methodik (u. a. Auslegung, Analogien usw.) und Quellen kennt (und schon genau weiß, dass z. B. Dinge Wirkung erlangen können, auch wenn der Handelnde sie nicht durfte - da erntet man noch überheblichen Spott, dabei ist z. B. der gutgläubige Erwerb von Nichtberechtigten nun mal alt und gesicherte Grundlage).

Bestimmte Diskussion bringen nichts, wenn man gegen Fabeln andiskutiert bei welchen, die lieber nicht nachschlagen usw. und nicht realisieren, dass es nun mal vieles hier kein Wunschkonzert ist, sondern bereits stellenweise seit Ewigkeiten geformt und gründlich geregelt ist. Man sollte imho da u. a. ansetzen, was gilt, und nicht bei Wünschen.

Werde nun verstärkt dannach gehen, was mir etwas bringt. Wenn ich überlege, wie oft mir Fragen hier nicht beantwortet wurden, und woher ich eigentlich Wissen erlange, dann ist das in gewisser Weise ernüchternd.

Und etliches findet man auch woanders: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/joerg-baberowski-ueber-ungesteuerte-einw... (siehe Datum) oder: http://m.taz.de/Pro--Contra-deutsche-Fluechtlingspolitik/!5232143;m/ / http://www.sueddeutsche.de/politik/streit-in-der-union-spahn-kritisiert-deutsche-fluech... (siehe Datum und sein Umfeld - den Mann kann man sich merken)

Hoffe auf Verständnis, wenn ich mich zurück nehmen werde, was einigen auch ganz recht sein wird. Habe zudem keine Ahnung, wie lange mein Körper und die Umstände es noch hergeben, und daher vertiefe ich mich lieber in Studien, die mir mehr bringen (und genieße z. B. eine Prosaausgabe des Nibelungenliedes, was einem etliches zu hier diskutierten Themen zu geben vermag).

Entschuldige diese Antwort, musste es an dieser Stelle nun mal sagen.

Viele freundliche Grüße

azur


PS: noch ein paar Funde:

1) "Es soll niemand wagen, im Hermannstädter Komitat Münzgeld aufzukaufen."
https://de.wikipedia.org/wiki/Goldener_Freibrief

2) https://de.wikipedia.org/wiki/Dinar
Die islamische Expansion brachte es mit sich, dass der Dinar im frühen und hohen Mittelalter zur bedeutendsten Goldwährung der Welt wurde. Über einen Zeitraum von 750 Jahren bewies der Dinar hohe Stabilität. Mit Beginn der Renaissance schwand jedoch seine Bedeutung - außer in Nordafrika - durch die Verbreitung von Münztypen aus dem christlichen Kulturkreis. Wie früher die Kelten die griechischen und römischen Währungen imitierten, so ahmten auch die christliche Herrscher in Spanien, Sizilien und Jerusalem die arabischen Münzen nach. Als Beispiel wäre hier insbesondere der Tari, welcher in Sizilien, Malta und Süditalien verwendet wurde und stark vom arabischen Vierteldinar beeinflusst ist, zu nennen.

3) https://de.wikipedia.org/wiki/Florin_(Goldm%C3%BCnze)

4) https://de.wikipedia.org/wiki/Dawes-Plan
Um das Risiko der Währungsabwertung gegenüber den Gläubigerwährungen zu minimieren, war ein neues Reichsbankgesetz im Vertragswerk des Dawes-Plans enthalten.[3] Wesentliche Punkte des nun gültigen Reichsbankgesetzes (RbG 1924) waren:
• RbG § 1: Von der Reichsregierung unabhängige Reichsbank (Unabhängigkeit von der Reichsregierung war in gewissem Umfang bereits zuvor, ab Autonomiegesetz vom 26. Mai 1922 gegeben)[4][5]

RbG § 28: 40 % Golddeckung (max. 10 % in goldkonvertiblen Devisen)
• Die Reichsbank und die Deutsche Reichsbahn wurden unter internationale Kontrolle gestellt. Die politische Rechte kritisierte den Plan auf Grund dieser Souveränitätsbeschränkungen.
• Es war bereits absehbar, dass Deutschland nicht in der Lage sein würde, die 2,5 Milliarden Reichsmark pro Jahr zu zahlen.
• Die Kredite brachten Deutschland zwar einen wirtschaftlichen Aufschwung, führten aber zu einer starken Abhängigkeit von den temporär zu Verfügung gestellten Devisen der US-amerikanischen Gläubiger, deren drohende Abzüge sich in der Weltwirtschaftskrise 1929 verwirklichten und letztlich die Deutsche Bankenkrise mitverursachten.
• Weiterhin hohe Arbeitslosigkeit.
Der Kupon betrug sieben Prozent und die ursprüngliche Laufzeit war 25 Jahre bis 1949. Nach der Machtübernahme Hitlers wurde die Zinszahlung eingestellt. Durch das Londoner Schuldenabkommen von 1953 musste die Anleihe mit neuen Bedingungen wieder bedient werden. Die noch ausstehende Restlaufzeit ging entsprechend der nicht mehr bedienten Jahre 1933 bis 1949 weitere 16 Jahre von 1953 bis 1969, der Kupon wurde allerdings gekürzt. Die rückständigen Zinsen der Jahre 1933 bis 1944 wurden in eine sog. Fundierungsschuldverschreibung umgewandelt und bis 1972 abbezahlt. Die Zinsen von 1945 bis 1952 waren aufgrund des Verhandlungsgeschicks von Hermann Josef Abs erst mit einer Wiedervereinigung Deutschlands nachzuzahlen, verbrieft durch Bezugsscheine. Diese Bezugsscheine wurden zeitweise wie historische Wertpapiere (obwohl weiterhin gültig) zu Niedrigstpreisen verscherbelt, da eine Wiedervereinigung unwahrscheinlich schien. Sie lebten aber am 3. Oktober 1990 auf, so dass Deutschland erneut eine Fundierungsschuldverschreibung (WPKN 117010) mit einem Drei-Prozent-Kupon, einem Volumen von 200 Millionen DM und einer Laufzeit von 20 Jahren ausgab, in die die Bezugsscheine umgewandelt werden konnten. Im Oktober 2010 wurden vom Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen die letzten Zahlungen getätigt.[11] Die wenigen Anleihen, bei denen die damaligen Inhaber das Tauschangebot von 1953 nicht annahmen, unterliegen noch der ursprünglichen Gold-Klausel, die eine Rückzahlung in Gold ermöglichte. Vereinzelt werden deshalb Prozesse gegen die Bundesrepublik in den USA geführt. Das Schicksal der Dawes-Anleihe wird von dem der Young-Anleihe geteilt."

5) https://de.wikipedia.org/wiki/Mansa_Musa
Mansa Musa galt als der „reichste Mann seiner Zeit“.[1] Legendär wurde seine Pilgerfahrt nach Mekka 1324/25. Der sagenhaft reiche König gab auf der Reise so viel Gold aus, dass es in Ägypten den Wert des auf Gold basierenden ägyptischen Dinars auf Jahre hinaus ruinierte. Er selbst spürte dies auf seiner Rückreise. Da sein Gold nicht mehr den ursprünglichen Wert besaß, musste er sich von einem Kaufmann Geld leihen".

Danke sehr Taurec, der neulich Ähnliches schrieb. Und das merkt man eben, nicht verwunderlich, auch seinen Schreiben an.

Der würde als Freigeist auch nicht auf die Idee kommen sich auf einen Lehrenden oder eine Lehre zu kaprizieren, sondern immer selbst forschen und denken.


BONUS: Die Kommentare zu: Angela Merkel verteidigt Vorgehen: "Dann ist das nicht mein Land"
http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/eu/id_75436008/angela-merkel-verteidigt-vorg... [[lach]] [[lach]] [[lach]]

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