Vergleich mit ALG-II-Empfängern
Hi Ikonolast,
warum soll es den Flüchtlingen an den Gattern anders ergehen als den vielen ALG-II-Empfängern in nicht wenigen Jobcentern?
Im Wartebereich vieler Jobcenter ist eine Absperrung aus schwarzem Band aufgestellt, die ausschaut, als würde man Kühe zum Schlachten treiben. In Schlangenlinie steht man dort eingepfercht. Darin dann 2 Stunden anstehen ist keine Seltenheit. Leider darf man diese Zustände in Jobcentern nicht fotografieren.
ALG-II-Empfängern darf gerne mal das Geld gestrichen werden, wenn diese einen eigenen Willen bekunden und mit Ingenieurs-Abschluss nicht als Klomann arbeiten wollen.
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=18734
Asylbewerbern darf das Existenzminimum bekanntermaßen nicht gestrichen werden. Es beträgt zur Zeit rund 50 Euro weniger als der Satz für einen ALG-II-Empfänger.
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2014/08/2014-08-27-asylbewerberleistun...
Im TV, leider weiß ich den Sender nicht mehr, wurde heute dargestellt, dass es 50 Euro weniger sind, als 359 Euro für einen Asylanten vs. 399 Euro für einen ALG-II-Empfänger, der davon noch Strom, Telefon, Reparaturen bezahlen soll, für eine Brille sparen etc.. Wenn Sie Pech haben und Ihre Sehschwäche sehr ausgeprägt ist, kann die neue Brille schon mal mehrere Hundert Euro kosten.
Nach einem Arbeitslosigkeit wird man staatlich enteignet. Und wenn man Pech hat, läuft es so:
https://www.hartz4-plattform.de/2014/06/frage-an-den-zustaendigen-landrat-wilkes-im-kre...
"Schätzungen zufolge gibt es in Berlin zwischen 5.000 und 7.000 Räumungstermine jährlich...Durch Überforderung, Gleichgültigkeit oder eine repressive Auslegung der Hartz-IV-Gesetzgebung in den Jobcentern würden häufig Mietrückstände auflaufen, weil Gelder zu spät oder auf falsche Konten gezahlt oder Bewilligungen verweigert werden."
http://www.pravda-tv.com/2015/04/studie-jobcenter-verursachen-die-meisten-zwangsraeumun...
Unwürdig wird auch hier mit deutschen ALG-II-Empfängern umgegangen:
" Mit desillusionierten und hoffnungslosen Leistungsempfängern, die sich wie "Vieh" und "Dreck" behandelt fühlen, obwohl sie im Arbeitsamt-Jargon "Kunden" heißen....Eine Folge der immensen Belastung der Mitarbeiter durch befristete Arbeitsverträge, Leistungsquoten wie in Wirtschaftsunternehmen und Standortvergleiche der Chefs ist, dass Leistungsanträge liegen bleiben - oder Mitarbeiter die Post gleich ungeöffnet in den Papierkorb werfen oder Dokumente "verloren gehen". Oder ihre Wut an ihren Kunden auslassen. Unter den Frust mischt sich Aggression. Die Antragsteller werden als "asoziale und faule Betrüger" bezeichnet, die "umerzogen werden müssen"... Und in einem Motivationsseminar für Langzeitarbeitslose über 50, das außer den anbietenden Dienstleistern, die dafür gutes Geld von der Bundesagentur erhalten, niemandem etwas bringt, wurde gespielt oder mit Lamas durch süddeutsche Wälder spaziert..."
http://www.t-online.de/wirtschaft/jobs/id_73295714/-team-wallraff-jobcenter-fuer-existe...
Ich bin nicht mehr auf ALGII angewiesen. Dafür ärgere ich mich als sehr gut ausgebildete Ostdeutsche mit 50+ in einem Job, der zudem noch schlechter bezahlt wird als eine vergleichbare Stelle im Westteil Deutschlands, weil es 25 Jahre nach der Wende immer noch ein eklatantes Lohngefälle gibt trotz gleicher Verbraucherpreise bundesweit. Da ich nun auch keine Vergünstigungen mehr bekomme, ist der Monat trotz Arbeit regelmäßig zu kurz für den Monatslohn. Aus gesundheitlichen Gründen schaffe ich mit Ach und Krach nur 30 Stunden pro Woche zu arbeiten. Aus Unwissenheit war ich nämlich einst 14 Tage nicht krankenversichert, was mir den Weg in eine Erwerbsminderungsrente versperrte, da man dazu mindestens 5 Jahre ununterbrochen versichert sein muss.
Aber das alles ist immer noch besser, als zum Jobcenter zu müssen. Diese Politik macht (nicht nur) mich wütend. Wegen genannter Fakten hält sich mein Mitleid mit Asylbewerbern in Grenzen.
Abendliche Grüße