Merkwürdige Solidarisierung der Sachbearbeiter

aliter, Freitag, 14.08.2015, 09:48 (vor 3813 Tagen) @ Hasso6788 Views

Hallo Ikonoklast, > ich überlegte gerade ganz nüchtern und sachlich, wie die > Flüchtlings-Empfangs-Beamten diese Arbeit eigentlich körperlich und > seelisch schaffen.

Zu Flüchtlingsempfangsbeamten kann ich mangels ausreichender Kontakte nichts sagen, aber zu Sachbearbeitern im Sozialamt, in der Rentenversicherung und im Arbeitsamt, die unter ähnlichen Problemen und Drangsalierungen leiden mögen. Da findet m.E. ein merkwürdiger psychischer Prozess statt, der eher das Mobbing und die Drangsalierung auf die Vorgesetzten schiebt und seltsamerweise mit dreisten und aggressiven Antragstellern eine latente Solidarisierung erfährt.

Ich hatte z.B. ein ausführliches Gespräch mit einem Sachbearbeiter einer Sozialversicherung. Als ich mich darüber beschwerte, dass bei Einwanderern aus dem Arabisch-türkischem Raum häufig nicht nur die Namen, sondern auch die Geburtsdaten wechselten (nie allerdings die Geschlechter, dass machen nur die BRDler) kam völliges Verständnis rüber: Ach ja das liegt daran, dass sie ein jüngeres oder älteres Datum angeben, damit Schul/Kindergeld oder Rentenansprüche sich besser darstellten, nach einigen Jahren werden dann wieder die richtigen Papiere vorgelegt. Und diese Änderungen machen uns leider immer viel Arbeit kam lachend aber mit viel Verständnis zurück.

Als ich darauf hinwies, dass m.E. Betrug sei und zumindestens Missbrauch der Gelder der Solidargemeinschaft, ging die Klappe herunter und das Gespräch brach ab.

Auch an anderer Stelle ähnliche Erfahrung: Auf meinen Rat, bei aggressiven und gewalttätigen Ansinnen in Behörden, sofort zum Hausarzt und mit der Diagnose \"akute psychische Dekompensation\" erst mal ein bis zwei Wochen AU, dann zum Facharzt und ggf. länger krank, kamen zwar Klagen über die schwere Arbeit aber eher über die Vorgesetzten. Leider habe ich diese Solidarität mit Betroffenen persönlich beim Finanzamt noch nicht erlebt.
mfg


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