Erträge bei biologischer Landwirtschaft

Leser68, Samstag, 15.08.2015, 03:18 (vor 3813 Tagen) @ Domac4341 Views


Oder nutzt mein einfach nur den Platz zwischen den Reihen, weil sonst die
betriebswirtschaftliche Seite komplett ins Minus gerät?

Ich verstehe die Frage nicht.

In diesem Beitrag
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=350328

hatte ich etwas zu den Erträgen der biologischen Landwirtschaft, aufgrund eines Vortrages des Biobauern Friedrich Wenz, geschrieben:


In diesem Film (ab Minute 1:45) kann man gut erkennen wie schnell sich biologische Ackerbaumethoden auf die Pflanzengesundheit auswirken: Ein lange Jahre konventionell bearbeitetes Feld wird umgewandelt in ein biologisch bearbeitetes Feld:

moderner biologischer Landbau Teil 3 (Vortrag von Friedrich Wenz auf einem Landwirtschaftstreffen in Magdeburg(?) in 2011(?))
https://www.youtube.com/watch?v=Bvcln-Le_7o

Grobe Arbeitsweise aus Film über Feldumwandlung ab 2002:
1. Jahr wird Klee gesät (März? April?) und es kann alles wachsen was wachsen will. "Unkräuter" wachsen nur dann wenn ein entsprechender Keimimpuls da ist, wenn etwas zu tun ist bzw. wenn es entsprechende Wachstumsmöglichkeiten (verarmter, vernässter, überdüngter Boden etc.) gibt. 1. Mahd im Juni, Mahd bleibt liegen. Insgesamt wird drei bis viermal gemäht. Im Herbst wird Getreide (Winterweizen) in Direktsaat gesät. 2. Jahr soll es keinen total üppigen Weizenbestand geben, für den Boden soll es eine Klee-"Gras"-Mischung sein, es ist nur ein Aufbaujahr. Heute sind mit verbesserten Methoden die Weizenbestände schon im zweiten Jahr "sauber" (vorher voll konventionell?). Erträge sind bei 2-3 Tonnen (/Hektar), aber Input dafür nur 8 Liter Diesel und 20-30 Minuten Zeitaufwand pro Jahr und Hektar (keine Handarbeit, kein Striegeln, kein zusätzlicher Dünger)!
Interessant ist dann das Jahr 3 (2004): Der Klee wird umgebrochen. Dann wird eingeebnet und im Herbst gesät. Im nächsten Jahr dann keine Distel und kein Ampfer mehr zu sehen.
Zum Vergleich gab es direkt neben dem neuen Feld ein Feld eines konventionell arbeitenden Kollegen. Dieses sah im Frühjahr sehr gut aus. Dann kam eine ausgeprägte Trockenphase => hoher Pflanzenstress, hoher Blattlausbefall, auf neuem Feld nur etwa 10% der Blattlausmenge des Nachbarn, aber zusätzlich jede Menge Marienkäfer. Nach der Trockenzeit kam eine feuchtwarme Witterung. Danach: neues Feld mit goldgelber Farbe wie man sich ein Weizenfeld im Hochsommer vorstellt. Konventionelles Feld nebendran hatte massive Probleme mit Ährenfusarien, der Bestand ist dort zusammengebrochen, die Ähren sind meistens schwarz, viele Kümmerkörner, Körner nicht richtig ausgebildet.
Es ist insgesamt weniger eine Frage der Quantität des Humus, sondern vor allem die der Qualität des Humus.

In südlichen Ländern ist nicht zuwenig Sonne ein Problem, sondern zuviel Sonne. D.h. wenn man dort irgendwie Schatten nutzen kann, ist es vorteilhaft für die Pflanzen - in vielerlei Hinsicht, auch in Bezug auf die Erträge.


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