wenn Wärme und Wasser und Faulheit zusammenkommen..
Hallo Leser68,
leider bin ich des Englischen nicht allzu mächtig, reicht nicht für die Reportage.
Doch die Erfahrung zeigt, dass in faulen Zeiten, also ohne Bodenbearbeitung mit der Fräse, Tomaten und anderes bei mir genauso dick werden wie mit Bodenbearbeitung.
Wir haben durch unser mediterranes Klima und genügend Wasserzufuhr, (Brunnen), wohl gute Voraussetzungen.
Man muss nur rechtzeitig im Frühjahr pflanzen, bevor die Sonne unbearbeiteten Boden zu Granit macht.
Meine Herzdame mulcht - alles organische Material aus Haushalt und Gartenpflege kommt direkt zwischen die Pflanzen und darf dort verrotten bzw. vertrocknen.
Darunter kreucht und fleucht es wie in einem guten Minikomposthaufen.
Gedüngt haben wir noch nie und gegen Schädlinge setzen wir Duftkräuter zwischen die Gemüsepflanzen.
Allerdings erhalten die Obst- und Olivenbäume die Asche von der Verbrennung der Gartenabfälle, was man ja in Deutschland nicht darf.
Unsere Obstbäume tragen im 3. Jahr nach Pflanzung als wurzelnackte Holzstöckchen schon schwer, da wir nicht alles verarbeiten können bleibt es liegen und vertrocknet sofort in der Sonne, sofern sie nicht von Tieren gefressen werden.
Auch Äpfel und Birnen sind im Juni/ Juli/ August reif, so dass es nicht zum Faulen kommt - keine Chance bei der Witterung.
Gemüse und Kräuter dürfen auch abblühen und säen sich zum Teil erfolgreich aus für das nächste Jahr. Manchmal an den unmöglichsten Stellen.
Auch mehrere Obstbäume, wohl aus Kernen des Fallobstes, sind schon dabei zu wachsen, gerade Mandeln und die Baumerdbeere Celzo. Die trägt sogar im 1. Jahr schon kleine Früchte.
Wenn man nicht aus Einnahmen aus dem Verkauf angewiesen ist, kann man im mediterranen Klima mit genügend Wasserzufuhr den Garten weitestgehend sich selber überlassen.
Man muss nur lernen, mit Unkraut zu leben. Wobei davon bei uns das meiste essbar ist.
Der Rest wird grob rausgezogen und kommt als Mulchmaterial wieder in den Kreislauf zurück.
Wenn wir keine Lust haben, Wintergemüse anzupflanzen, lassen wir das kleine Feld, welches direkt neben dem Haus ist, einfach links liegen.
Wir haben dann von November bis Februar eine bunte, natürliche Blumenwiese mit schmackhaftem Wildgemüse, bevor im März spätestens wieder angebaut wird.
Fazit: man darf ruhig faul sein, zu Essen gibts auch genug, wenn man die Natur einfach in Ruhe ihr Ding machen lässt.
Allerdings ist das nichts für geradlinige "Kiesbeet-Ästheten".
Und ich stelle es mir in nördlichen Gefilden eher schwierig vor, in der kurzen Wachstumsperiode ohne entsprechende Wärme für die Bodenbakterien erfreuliche Ergebnisse zu erreichen?
Vielen Dank für das interessante Thema!
Grüsse von modesto
edit: wie immer ein Rechtschreibfehler