Baurecht Mallorca

Efímera, Dienstag, 11.08.2015, 21:45 (vor 3817 Tagen) @ DT5228 Views

Ein Freund meines Schwagers möchte auf Mallorca ein Grundstück von ca
17000 m² in der Nähe von Felanitx erwerben. Es ist eigentlich ein relativ
trockener Acker, umgeben von Fincas. Angeblich darf man nur auf
Grundstücken von mehr als 15000 m² eine Finca bauen. Wasser und Strom
sind noch nicht vorhanden, ein
Zufahrtsweg von einer kleinen Nebenstraße ist da. Das ganze liegt auf
einer leichten Anhöhe, schlecht einsehbar von außen.

Dann möchte er mit Hilfe mallorquinischer Bauarbeiter eine Finca nach
seiner Facon darauf errichten. Wie das dann mit der Baugenehmigung geht
frage ich mich auch, das ganze ist ca 4 km außerhalb von Felantix,
Richtung etwas nördlich von San Salvador, nähe Es Fangar.

Welche m² Preise sind vernünftig? Ich hätte bei der Landqualität zu
0.50 bis 1.00 EUR pro m² geraten, das würde man in Deutschland für so
einen Steinacker
zahlen, die Preise, die ich gehört habe, sind aber viel höher, und der
Freund
des Schwagers denkt auch noch, das sei billig, verglichen mit Bauland
in deutschen A-Städten.


Spanisches Baurecht ist übersichtlich. Baurecht ist Ländersache. Auf Mallorca gilt eine Version katalanischen Baurechts. Ein legal errichtetes Gebäude wird und wurde niemals reklamiert oder abgerissen. Alle diese Fälle sind Folgen von illegalem oder Schwarzbau. Eine Bauerlaubnis wird aufgrund der vom Architeken vorgelegten Pläne ( siebenfach) von der Gemeide bearbeit und durchläuft eine Vielzahl von Institutionen und Kammern, an der die Provinzregierung beteiligt ist. Erst wenn alle Institutionen das Visum erteilt haben, erteilt die Gemeinde die Bauerlaubnis. Der Bebaungsplan ist eindeutig und für jeden vertändlich für die Gebiete, für die ein Bebauungsplan vorliegt. Cataster ist öffentlcih und kann eingedsehen werden. >>Catastro.es. Die Qualifikation aller Flächen einer Gemeinde hängt in jedem Rathaus aus. Baudichte hängt von der Qualifikation und Grundstücksgrösse ab. Es gibt eine Mindestparzellengrösse ( parcela minima), die von 1000 m² bis 50 000 m² reicht. Mündliche Information wird sofort erteilt. Für verbindliche, rechtsgültige schriftliche Information muß ein Informe Urbanistico bestellt werden. Das dauert. Es gibt Flächen, für die kein Bebauungsplan vorliegt, weil zwischen den Kammern Unstimmigkeiten nicht ausgräumt werden können. Hier wird grundsätzlich keinberlei Bauerlaubnis erteilt. Grundstückspeise von 1 Euro sind Phantasie. Selbstbau ist in Spanien nicht möglich. Jede im Bau tätige Firma muß über ein Befähigungszertifikat verfügen ( Certificado de Cualificación profecional) Bei Erteilung der Bauerlaubnis ist der Bauunternehmer zu benennen und Teil der Bauerlaubnis. Bei Bauabnehme werden diese Angaben mit eingereicht. Ohne Vollständdigkeit des Nachweis aller Beteiligten keine Bauendabnahme ( Final de Obra ), ohne final de Obra keine Bewohnbarkeitsbescheinigung ( Cédula de habatibilidad) ohne Cedula weder Stromanschluss noch Wasser noch Gas. Brunnen. Brunnen sind genehmiguingspflichtig. Grundwasser gehört nicht dem Grundstückseigentümer, es ist Gemeingut ( Dominio público) Die Nuztzung ist gebührenpflichtig ( Canon de Agua ) Die Tiefe des Brunnen hängt von der Geologie ab, kann 20 Meter sein oder 250 Meter. Solar. Solaranlagen für Eigenverbrauch sind genehmigungspflichtig. Im Gespräch ist eine Eigenverbrauchsgebühr um Eigenverbraucher an den Kosten für alternative Energie zu beteiligen. Die Anlage unterliegt dem Reglement für Elektrische Installationen und muß vom Fachbetrieb installiert werden. Ohne dessen Abnahme ( Boletín) keine Cedula. Wer den geraden beschwerlichen und teueren Weg geht, bekommt niemals Schierigkeiten.


Bauland würde ich aber das nicht nennen, Strom nur mit Anschluß zum
Nachbarn
und ein Brunnen muß erst noch gebort werden. Er denkt an
Solarpanels/Batterien sowie Solarheizung.

Wo kann man so etwas wie ein Verkaufs-Abschlußregister von Malle
einsehen? Die Vergleichspreise in Immoscout erscheinen mir als Mondpreise
(nachgefragte Preise der Verkäufer) wie zu Zeiten der Immoblase von vor 5
Jahren. Das ist doch keine Innenstadtlage München.

Danke, DT


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