Danke für die Infos! Oh Mann es reicht ja nicht, dass die Bedienbarkeit von Ubuntu
immer schlechter wird. Jetzt muss man auch noch erfahren, dass M$ bei Linux groß mitspielt. Ich fasse es nicht.
Ich habe mir vor sechs Jahren zum ersten Mal ein Ubuntu installiert, weil der Linux-Report von Michael Nickles ein solches ausführlich beschrieben hatte und auf der DVD die Version 9.10 mit drauf war. Nickles beschreibt in seinem Buch wie toll, nein, absolut überragend(!), Linux/Ubuntu eigentlich schon sein könnte, aber irgendwelche Heinis meinen unbedingt ihren Friedrich Wilhelm da drin verewigen zu müssen wo doch bei Ubuntu eh alles halbe Jahr irgendwelche wichtigen Dinge verändert werden.
D.h. die Systemsteuerung heißt z.B. in der nächsten Version Systemzentrale und danach vielleicht Konfigurationsmanager etc. Einmal heißt die Hardware-Schicht HAL, dann wurde das Ganze von Udev mitgemanagt, das aber jetzt zu systemd gehört.
Früher, d.h. das gibt es wohl immer noch, wurden Veränderungen am System erst mal Hilfe von Beta-Versionen des Kernels, d.h. Kernelversionen mit ungeraden Versionsnummer, z.B. 2.7, 2.9 etc., eingepflegt. Und erst wenn die Veränderungen von einer Mehrzahl für gut befunden wurde, dann wurden die auch übernommen und die blieben dann wohl auch, bis sich eventuell eine wesentliche Verbesserung ergab oder ein schwerer Fehler. Heute gibt es jedes halbe Jahr irgendeine Änderung, die sich schon ein Jahr später als völliger Fehlschlag herausstellen kann.
Das 9.10er Ubuntu war wesentlich besser als das 14.04er mit dem ich mich jetzt rum schlage.
Bei Linux war mal das tolle dass man alles mögliche selber verändern konnte, auch wenn man sich da zum Teil ziemlich einlesen musste - aber man konnte es!
Heutzutage kann man praktisch nichts mehr verändern. Okay ich rede jetzt nur von der Gnome-Classic Oberfläche. Bei der Unity-Oberfläche ist es wohl noch besser. Aber trotzdem:
- Es gibt da dieses Tool "Optimierungswerkzeug" - so wie früher das "Tweak Utility Tool" bei Windows - bei dem man verschiedene Dinge der Oberfläche einstellen kann. Aber das geht nur, wenn man Online ist, d.h. indem man mit der Firma Canonical verbunden ist! D.h. selbst Änderungen an der eigenen Oberfläche werden von Canonical registriert!
- Trotzdem bekommt man bei Gnome-Classic z.B. nicht die untere Fensterleiste auf dem Desktop weg, auch nicht die obere, jedenfalls nicht so ohne weiteres - wahrscheinlich durch Eigenprogrammierung. Bei Unity gibt es glaube ich eine automatisch verschwindende Fensterleiste wie bei Windows.
- Die Titelleiste aller(!) Anwenungsfenster ist viel zu hoch, so dass der Platz auf einem kleinen Bildschirm noch weiter eingeschränkt ist.
- Programmicons kann man nicht so einfach auf dem Desktop ablegen. Dazu muss man jeweils in einem Editor ein paar Zeilen schreiben.
- Programm-Favoriten kann man nicht so einfach zu den Favoriten hinzufügen
- Die Suche im Datei-Explorer Nautilus funktioniert nur mit den Dateinamen (ähnlich wie bei Windows 7, da ist es sogar besser)
- Einstellungen für Programme muss man entweder irgendwo in den Programmen selber suchen oder beim zugehörigen Applet(?) in der oberen Fensterleiste, aber auch nicht immer und nicht alles
- In der Office-Suite LibreOffice 4.2.X ist in der Anwendung Calc (=Excel) die horizontale Leiste zur Anzeige der der Tabellenblatt-Reiter, zum Wechseln zwischen den Reitern und zum Verschieben der Ansicht in einer Tabelle nur zwei oder drei Millimeter hoch, so dass man die Namen der Tabellenblätter fast nicht Lesen kann. Diese war beim 9.10er Ubuntu noch normal hoch mit etwa 8-10 Millimetern. In der Bug-Diskussion zu diesem Problem hat sich einer dieses Problems angenommen indem er aus einer horizontalen Leiste zwei gemacht hat. Keiner hatte wohl widersprochen. Das ist die OpenSource-Problematik heuzutage!
etc. etc.